anette Schreiber Die Zeit drängt: Bis kommenden September und mit Beginn des neuen Kindergartenjahres müssen 17 Kinder einen Kindergartenplatz haben und die Nachfrage nach 30 Krippenplätzen befriedigt werden. Jede Menge Brisanz also, dennoch zeigte die letzte Stadtratssitzung in diesem Jahr positive Perspektiven auf: Wie es scheint, werden alle Kinder unterkommen, wenngleich auch vorübergehend in Provisorien.

Kämmerer Markus Pflaum oblag es, in der von Bürgermeister Thomas Söder (CSU) geleiteten Sitzung die Zahlen zu diesem Tagesordnungspunkt zu präsentieren. Wie Söder dazu anmerkte, habe man angesichts des Bedarfs, der insbesondere bei den Krippen erwartungsgemäß erst im November feststand, mit allen Trägern der Kinderbetreuungseinrichtungen in Hallstadt und Dörfleins gesprochen und geklärt, wer Interesse hat, eine Erweiterung in Angriff zu nehmen.

Aktuell finden sich in Hallstadt fünf Kindergärten, von denen bislang vier auch über Krippen verfügen. Hallstadt selbst hat derzeit knapp 9000 Einwohner, Tendenz steigend. Auch bei den Geburten, wie der Bürgermeister unterstrich. Gerade für junge Familien sei Hallstadt angesichts der umfassenden Kinderbetreuungsangebote attraktiv. Das wiederum zieht den geschilderten Handlungsbedarf nach sich.

Treffen der Träger

Angesichts der jüngsten Entwicklung hatten sich die Träger der Betreuungseinrichtungen getroffen und schon im Vorfeld abgestimmt, teilte Pflaum mit. So sind in Hallstadt die Dillinger Franziskanerinnen, die in der Grabenstraße das Kinderhaus St. Franziskus mit Kindergarten (zwei Gruppen) und Krippe (eine Gruppe) betreiben, bereit, neuen Raum zu schaffen.

Allerdings wird sich dies vermutlich nicht bis September schaffen lassen, so dass man provisorisch auch mit Containerlösungen arbeiten wird.

Die Dillinger Franziskanerinnen wollen auf dem bestehenden Areal eine Krippe mit neun Plätzen (plus zwei Notplätze) schaffen, ebenso eine weitere Kindergartengruppe mit 15 Plätzen (plus sechs Notplätze).

Platz schaffen will auch die katholische Filialkirchenstiftung St. Ursula in Dörfleins. Dies wird gleichfalls baulich wohl nicht bis September nächsten Jahres zu schaffen sein. Wenn man vorübergehend jedoch auf einen Raum in der Dörfleinser Schule zurückgreifen könnte, ließe sich ein Provisorium schaffen, womit man zur Bedarfsdeckung beitragen und in der Zwischenzeit in Ruhe Pläne für Anbau und Sanierung machen kann, ließ Pfarrer Christoph Uttenreuther wissen.

Finanzielle Unterstützung

Die finanzielle Unterstützung der Stadt brauchen sowohl die Franziskanerinnen in Hallstadt als auch in Dörfleins die katholische Filialkirchenstiftung. Denn die Stadt muss die Kosten auffangen, die nicht durch Förderungen gedeckt sind. Beide Einrichtungsträger würden weiterhin als Betriebsträger und zusätzlich dann auch als Bauträger fungieren.

Das begrüßt der Stadtrat ausdrücklich, zumal die Verwaltung mit derzeit laufenden eigenen Baumaßnahmen gut ausgelastet ist.

Angesichts der Flexibilität der beiden Einrichtungsträger wird die Betreuungsnachfrage bis September nun wohl gedeckt werden können. Ein Knackpunkt, der noch zu klären ist, betrifft das Vorhaben bei den Franziskanerinnen: Da bei ihnen für die Baumaßnahmen Freifläche geopfert werden muss, soll überlegt werden, ob man nicht durch Aufstocken im Bestand Flächen schaffen könnte.

Das hatte Schwester Martina namens des Ordens in den Ausführungen zunächst abgelehnt, da man bei dem für die Schaffung von Barrierefreiheit nötigen Aufzug Betriebs- und Unterhaltungskosten scheut.

Die Personalfrage

Während die Vertreter der erweiterungswilligen Einrichtungen für die Schaffung von Raum keine allzu großen Probleme sehen, machten sie klar, dass es wohl schwierig wird, das dann nötige neue Fachpersonal zu finden.