Veronika Schadeck Fuhr man vergangene Woche durch den Tettauer Ortsteil Sattelgrund, konnte man sehen, wie Bagger rollten, wie ein Haus an der Engstelle in der Ortsdurchfahrt weggerissen wurde. In den Pfingstferien sollen nun zwei weitere Häuser dem Erdboden gleichgemacht werden. Diese Maßnahme erfolgt unter Vollsperrung. Das Staatliche Bauamt will mit dieser Maßnahme Platz schaffen für die Verbreiterung der Staatsstraße 2201/Ortsdurchfahrt Sattelgrund.

Wie Projektleiter André Karl auf Anfrage unserer Zeitung erklärte, habe der Freistaat die drei Immobilien im Zeitraum von 2015 bis 2018 erworben. Laut Planungen soll die Straße von derzeit rund drei Metern auf 6,5 Meter verbreitert werden. Über den Baubeginn der Straßenbaumaßnahme konnte Karl noch nichts Konkretes sagen. Aktuell stünden keine Haushaltsmittel zur Verfügung, zudem müsse noch eine Vereinbarung mit der Gemeinde Tettau wegen des Baus von Gehwegen getroffen werden.

Die Kosten des Abrisses der drei Häuser bezifferte Karl auf 540 000 Euro. Diese hohe Summe liege nicht zuletzt darin begründet, dass in den Häusern viele Schadstoffe wie beispielsweise Asbest oder teerhaltige Anstriche verbaut wurden. Weiterhin müsse dafür Sorge getragen werden, dass die hinter den Häusern vorhandene Böschung auch nach dem Abriss stabil bleibt. Das bedeutet, dass die Baugruben, welche durch den Häuserabbruch entstehen, wieder befüllt werden müssen, um ein Abrutschen der Böschung zu verhindern.

"Für mich geht ein Traum in Erfüllung. Mit dieser Maßnahme wird eine Gefahrenstelle beseitigt", freut sich Bürgermeister Peter Ebertsch. Der Bürgermeister spricht von teilweise zähen Verhandlungen mit den Eigentümern. Sein Dank gilt hier insbesondere Erich Beck, der damals als Jurist des Staatlichen Bauamts bei den Gesprächen mit dabei war und einen Anteil daran hat, dass die Verhandlungen zu einem positiven Ergebnis führten. Der Bürgermeister dankt in diesem Zusammenhang auch den ehemaligen Besitzern. Durch deren Einverständnis mit dem Verkauf an das Staatliche Bauamt könne nun die Engstelle beseitigt werden.

Verkehr nimmt zu

Die drei Häuser wurde teilweise Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut, erklärt Ebertsch. Damals gab es in dem Ort noch keine Autos und somit auch keine Gefahrenstelle. Ebertsch spricht davon, dass seit der Grenzöffnung und auch seitdem die Straße zwischen Schauberg und Judenbach in Thüringen fertiggestellt wurde, der Verkehr in Sattelgrund enorm zugenommen habe. Vor allen von Pendlern würde diese Strecke stark frequentiert. Hinzu komme der Schwerlastverkehr. Dieser habe Schwierigkeiten, ohne Schaden durch das Nadelöhr durchzukommen. Außerdem: "Die Strecke ist mittlerweile zum Motorrad-Eldorado geworden."

Wie Ebertsch weiter ausführte, ist der Gemeinde sehr daran gelegen, im Zuge der Baumaßnahme einen Gehweg mit anzulegen. Deshalb gebe es noch einen Termin mit dem Staatlichen Bauamt, um die Details festzulegen. Sinnvoll wäre auch ein Radweg von Sattelgrund nach Schauberg.

Gerade in diesem Bereich seien viele Radsportler unterwegs, die vom Tettautal Richtung Rennsteig fahren oder umgekehrt. Bisher müssen diese die Staatsstraße nutzen und das sei schon mit gewissen Gefahren verbunden, zumal die Kraftfahrer diese Strecke mit einem zügigen Tempo befahren.

Peter Ebertsch ist zuversichtlich, dass es nun - nachdem der erste Schritt getätigt wird - auch mit dem Ausbau der Ortsdurchfahrt zügig vorangehen wird. An der Gemeinde werde es jedenfalls nicht scheitern.