Wer Geburtstag im hohen Alter feiert, kriegt manchmal Präsente, die auf verblüffende Weise eine große Wertschätzung ausdrücken. Das ist bei Vereinen nicht anders als bei Menschen. Der Schachclub 1868 Bamberg blickt in diesem Jahr auf 150 Jahre zurück und wurde schon reich beschenkt. Besonders heraus ragt die Handarbeit von Ramona und Thomas Öhrlein, die ursprünglich aus dem Vereinswappen einen normalen Topfuntersetzer häkeln wollten. Doch Ramona Öhrlein verbiss sich in die Aufgabe wie andere Vereinskollegen in eine knifflige Konstellation auf dem Brett. Sie war in ihrem Tatendrang nicht zu stoppen, bis sie nach einem Jahr sprichwörtlich hinter ihrer Häkelarbeit verschwunden war und das Logo gut zwei Meter Höhe erreicht hatte. Begeistert nahm unlängst der Vorsitzende des Schachvereins das mannsgroße Kunstwerk entgegen und verlieh der Erschafferin den Titel einer "Häkel-Großmeisterin". Und damit ist klar: Auch nach 150 Jahren will der SC 1868 keine kleinen Brötchen backen, sondern lieber riesige Suppen in gewaltigen Töpfen kochen, um möglichst allen Bambergern das königliche Spiel schmackhaft zu machen. Der Untersetzer ist schon mal da. mm/Jens Herrmann