Geistig noch äußerst frisch und rege feierte Dorothea Richter kürzlich im BRK-Wohn- und Pflegeheim "Am Weidengarten" ihren 95. Geburtstag.
Die gebürtige Lichtenfelserin absolvierte nach dem Besuch der Volks-, Haushaltungs und Handelsschule ein so genanntes Pflichtjahr beim Lichtenfelser Hausarzt Dr. Wiesent, ehe sie 1939 eine Anstellung beim Wehrmeldeamt in Lichtenfels erhielt. Im November 1944 wurde sie noch bis Kriegsende als Stabshelferin beim Heer in Pommern und der Tschechei eingesetzt. Wieder daheim pflegte sie jahrelang ihre kranke Mutter. Ihr Vater Alois, der als Stadtbaumeister in Lichtenfels kein Unbekannter war, starb relativ früh. Sicherlich ist Dorothea Richter noch vielen ehemaligen Schülern des Meranier-Gymnasiums in guter Erinnerung, war sie doch von 1956 bis 1984 Sekretärin an der Schule.
Einen großen Teil ihrer Freizeit verbrachte sie in dem großen Garten, der ihr Elternhaus umgab, und der natürlich auch viel Einsatz erforderte. In späteren Jahren stand ihr Margitte Weber aus Schney als Haushaltshilfe zur Seite, mit der sie sich sehr gut verstand, so dass sich im Laufe der Zeit hieraus eine Freundschaft entwickelte, die noch bis heute Bestand hat. Sie zählte natürlich ebenso zu den lieben Gratulanten wie ihre ehemaligen Nachbarn aus der Müssiger Straße, die Eheleute Walburga und Michael Bechmann, mit denen sie bis heute befreundet ist.
Im Jahr 2002 entschloss sich Dorothea Richter, in das Altenheim der Maiacher Stiftung überzusiedeln, ehe sie schließlich nach dessen Schließung im Dezember 2012 im BRK-Wohn- und Pflegeheim ein neues Zuhause fand. Am meisten vermisst sie die Kapelle, die im vorhergehenden Heim vorhanden war.
Dorothea Richter ist nach wie vor sehr aktiv und hat einen ausgefüllten Tagesablauf, der keine Langweile aufkommen lässt. "Schon am Morgen nach dem Aufstehen halte ich mich mit meiner täglichen Gymnastik fit, nach dem Frühstück vertreibe ich mir die Zeit mit Lesen, während ich nach dem Mittagessen eine Ruhepause einlege. Am Nachmittag und Abend lasse ich mich dann vom Fernsehen unterhalten, wobei ich am liebsten die BR-Abendschau, Serien wie "Dahoam is dahoam" oder "In aller Freundschaft", die interessante Sendereihe "Kunst + Krempel" sowie alte Filme und Blasmusiksendungen sehe", erzählt die sympathische Seniorin.
Nach einem Sturz muss Dorothea Richter momentan den Rollstuhl benutzen, sie ist aber zuversichtlich, dass sie bald wieder mit Hilfe eines Rollators selbstständig laufen kann. Die Jubilarin freute sich besonders über den Besuch des Landrats Christian Meißner und der Zweiten Bürgermeisterin Sabine Rießner, mit denen sie sich angeregt unterhielt. Die Jubilarin verzichtete auf ein Geschenk der Stadt und stellte den Gegenwert der "Stiftung unser Lichtenfels" zur Verfügung. thi