Gut besucht war kürzlich der Kurs des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Lichtenfels zum Schneiden von Obstgehölzen auf dem Biotopgrundstück von Jupp Schröder bei Burgstall in der Gemeinde Hochstadt.

Die Teilnehmer kamen nicht nur aus dem Landkreis Lichtenfels, sondern auch aus den Gebieten von Coburg, Bamberg und Schweinfuhrt. Einige Interessierte sagten im Vorfeld wegen des Starkregens in der Frühe ab. Pünktlich zum Kurs kam aber die Sonne zum Vorschein, so dass bei schönstem Frühlingswetter geschnitten werden konnte.

Assistiert wurde Jupp Schröder von Sebastian Zientek, der weitgehend die praktische Arbeit übernahm und sich aber auch mit seinem Wissen einbrachte. So blieb dem Referenten mehr Zeit zum Erklären und auf die vielen Fragen der sehr interessierten Kursteilnehmer einzugehen. FT-Experte Jupp Schröder betonte, dass der Ertrag weitgehend von Schnittmaßnahmen beeinflusst werde. Allerdings sehe man beim Blick über die Zäune, dass in sehr vielen Fällen durch falsche Schnittpraktiken mehr Schaden als Nutzen verursacht würde. Schröder plädierte deshalb dafür, dass Gartenbesitzer die angebotenen Schnittkurse der Gartenbauvereine besuchen sollen.

Meist des Guten zu viel

Meist werde des vermeintlich Guten zu viel getan. Es sei wichtig, wenigstens die einfachen Schnittgesetze zu kennen. Der Referent machte beim Schnittkurs deutlich, dass ein Anschneiden der jungen Triebe mit der Schere im Wesentlichen nur beim Aufbauschnitt im ersten Jahr gemacht werde. Dies geschehe, um junges Holz zu erzeugen und die Leitäste zu stärken. In späteren Jahren müssten diese vor allem durch Herausnahme von überbauenden Trieben freigestellt werden. Ansonsten würden die Leitäste, die das tragende Astgerüst bilden sollen, verkümmern. Das Triebwachstum spiele sich hauptsächlich im oberen Bereich ab. Man müsse nach dem Schneiden einen Hut durch das Innere der Krone werfen können.

Schröder wandte sich vehement gegen ein Herumschnippeln an ausgewachsenen Bäumen. Dies führe zu einem besenartigen Wachstum und damit zu übermäßiger Produktion von jungem Holz. Bei älteren Bäumen sei es vor allem wichtig, abgetragenes Holz auf junges abzusetzen. Somit entstehe eine ständige Rotation des Fruchtholzes. Der Baum bleibe dadurch im Gleichgewicht zwischen alten und jungen Trieben. Damit seien gleichmäßige Erträge und eine gute Fruchtqualität gesichert, betonte Schröder.

Der Vorsitzende des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Manfred Popp bedankte sich bei Jupp Schröder und Sebastian Zientek für die praxisnahen Unterweisungen und regte an, zwischen Juli und August als Ergänzung einen Sommerschnittkurs an Obstgehölzen zu halten. Dies war auch der Wunsch aller Teilnehmer. JS