Günther Österling

Der vorletzte Spieltag der Bayernliga sollte für den SKK Gut Holz Zeil einer der erfolgreichsten Tage seines 67-jährigen Bestehens werden. Als Tabellenführer erwartete Zeil den BMW SKK Landshut. Bereits ein Unentschieden, also vier Mannschaftspunkte, würde die Bayernliga-Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg in die 2. Bundesliga Nord/Mitte bedeuten. Von Beginn an war die Kegelanlage brechend voll. Mehr als 130 Fans und Zuschauer, darunter auch Bürgermeister Thomas Stadelmann, unterstützten die Mannschaft.

Gut Holz Zeil -
BMW SKK Landshut 7:1

Im Startpaar setzte Kapitän Olaf Pfaller auf Routine und Jugend. Der wieder genesene Holger Jahn musste gegen Johann Alt ran und Marco Endres hatte es mit Sven Exner zu tun. Beide stellten sofort klar, wer Herr im Haus ist. Die ersten 30 Wurf liefen genau nach Wunsch: Die Zeiler gewannen ihren Satz und lieferten 47 Überholz auf das Heimkonto. Im zweiten Abschnitt behauptete sich Jahn mit starken 152 zu 145 Holz, während Endres bei 129 zu 155 Kegeln den Kürzeren zog. Auch der dritte Durchgang ging knapp mit 143 zu 140 an den Landshuter. Jahn spielte etwas verhalten, machte jedoch mit 126 gegen 111 den ersten Mannschaftspunkt.


Endres holt den zweiten Punkt

Nun war es wichtig, dass Endres noch einmal zurückschlug. Dies tat er im Schlussabschnitt überragend: 157 zu 129 Holz sicherten Gut Holz Zeil den wichtigen zweiten Punkt. Mit starken 585 Holz zeigte Endres auch unter Druck Verlässlichkeit. Jahn, das Zeiler Urgestein, sicherte sich auch den vierten Satz und spielte starke 560 Holz. Sein Gegenspieler Alt zeigte wenig Gegenwehr und holte 513 Holz.
Was dann im Mittelabschnitt von Marcus Werner gegen Thorsten Kammermeier geboten wurde, war eine absolute Show. Bereits mit den ersten 30 Wurf boten beide hochklassigen Sport. Mit 156 zu 165 Holz hatte hier noch der Zeiler das Nachsehen. Doch Werner spielte sich in einen Rausch und ließ dem besten Gästespieler keine Chance. Mit 164 ,149 und 152 Holz erzielte Werner eine persönliche Bestleistung (621). Überragende 245 Kegel im Abräumen bewegten die Zuschauer immer wieder zu frenetischem Jubel.


Löhr beginnt nervös

Kammermeier spielte starke 581 Kegel, die den dritten Mannschaftspunkt für Zeil bedeuteten. Im der anderen Paarung wurde Patrick Löhr von Markus Wittmann gefordert. Ein Sieg des Zeilers im direkten Duell - und der Meistertitel wäre schon frühzeitig eingefahren. Löhr begann nervös und fand nicht gleich zu seiner Form. Nach 60 Wurf lag der Zeiler bei 1:1 Punkten mit zwei Holz in Rückstand. Im Schlussspurt bewies er sein Können und erzielte mit 155 und 142 noch gute 557 Holz. Sein Gegenspieler blieb im Mittelmaß stecken und ergab sich mit 531 Kegeln. Jetzt war der Jubel nicht mehr zu überbieten, der Meistertitel war somit fest in Zeiler Hand.
Mit in Vereinsfarben gefärbten Haaren wollten nun das Schlusspaar Bastian Hopp und Mannschaftskapitän Olaf Pfaller noch eine Schippe drauflegen und zeigen, dass Zeil in dieser Saison das beste Team der Bayernliga ist. Hopp ging gegen Timo Dittmann bereits nach den ersten beiden Durchgängen mit 2:0 in Führung. In den beiden letzten Sätzen spielte der Landshuter mit 146 und 163 Kegeln auf und glich in den Sätzen aus. Hopp hatte mit 133 Holz im dritten Teilabschnitt einen kleinen Durchhänger und kam mit 147 Kegeln zum Schluss nicht mehr an seinen Gegenspieler heran. Mit guten 570 Holz fehlten drei Kegel zum Mannschaftspunkt.


Kapitän mit Glanzleistung

Auf den anderen Bahnen spielte ja noch Olaf Pfaller gegen Sven Wassereck: Der Gästespieler war absolut hilflos gegen das Feuerwerk vom Kapitän. Gnadenlos stufte Pfaller den Landshuter zum Statisten herab. 141 Kegel auf den ersten 30 Wurf waren der Aufgalopp für drei weitere, überragende Abschnitte. 165 Holz reichte Pfaller dem Publikum noch einmal fantastische 310 hinterher und erzielte mit 616 Kegel ein zweites Traumergebnis in diesem Spiel. Sofort nach Spielende war eine einzige Menschentraube mit den Spielern auf der Bahn und feierte den größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Bürgermeister Stadelmann war einer der ersten Gratulanten und lud die Mannschaft ins Rathaus zu einer Ehrung ein. Dieser Erfolg kann nun durch den möglichen Aufstieg in die 2. Bundesliga Nord/Mitte gekrönt werden. Dafür gibt es zwei Varianten.

Variante 1: Der TSV Großbardorf belegt in zwei Wochen bei den Aufstiegsspielen zur 1. Bundesliga einen der ersten beiden Plätze - dann steigt Gut Holz Zeil automatisch auf. Gegner sind der ASV Neumarkt, Geiseltal/Mücheln und Zwickau.

Variante 2: Falls Großbardorf diese Chance verpasst, gibt es eine Woche später auf neutralen Bahnen für die Zeiler die Möglichkeit, in den Aufstiegsspielen die Bundesliga aus eigener Kraft zu erreichen. An diesen Aufstiegsspielen nehmen bis zu fünf Mannschaften teil, von denen die ersten zwei aufsteigen.
Das letzte Spiel der Bayernliga-Saison bestreitet der Meister am kommenden Wochenende bei Goldener Kranz Kasendorf. Spielbeginn ist um 12 Uhr.