Seit 150 Jahren steht die Feuerwehr Bertelsdorf den Bürgern in ihrem Stadtteil und darüber hinaus bei Unglücksfällen zur Seite. Grund genug für die 23 Männer und die zwei Frauen , den 150. Geburtstag auf dem Gelände der Wehr vor dem Gerätehaus in einem würdigen Rahmen, zwei Tage lang, zu feiern.
Der Vorsitzende der Wehr, Michael Wegner, blickte in Kurzform auf die Geschichte der Wehr zurück. So wurde die Wehr vor 150 Jahren, im Jahre 1868, gegründet. Bereits ein Jahr danach wurden die ersten Schläuche und eine Feuerwehrspritze von der Firma Frinau aus Coburg gekauft.
Im Jahre 1872 gab eine Verordnung, die alle Männer im Alter von 17 bis 49 Jahren zum aktiven Dienst in der Wehr verpflichtete. So hatte die Wehr Ende 1873 bereits elf Mann als Aktive. Im Jahr 1874 konnte vom Domänenpächter Flake eine Buttenspritze bestellt werden. Im gleichen Jahr musste auch die Feuerwehrspritze der Wehr Bertelsdorf umgebaut werden, da diese nicht die gewünschte Leistung brachte. Da im Jahr 1875 nur 30 Meter Schlauch vorhanden waren, wurde beschlossen noch weitere 30 Meter und einige andere Ausrüstungsgegenstände anzuschaffen.
1893 wurde eine neue Spritze gekauft, die heute noch sehr gut erhalten ist, und an den Jubiläumstagen am Eingang zum Feuerwehrgelände stand. Zusammen mit 60 Wehren aus dem Umkreis wurde 1968 das 100-jährige Bestehen gefeiert und dabei das neue Gerätehaus mit Schlauchturm eingeweiht.
1968 ging für die Wehr ein großer Wunsch in Erfüllung, das neue LF 8 wurde übergeben, das sieben Jahre später mit Funk ausgerüstet wurde.
Das jetzige Gerätehaus wurde 2002 eingeweiht. Ein Jahre später erhielt die Wehr ein neues Löschfahrzeug vom LF 8/6. Seit dem vergangenen Jahr steht ein LF 10/6 im Gerätehaus.
Die Chronik zeigt sehr deutlich, dass sich vieles in der Wehr verändert hat. Die Ausrüstung wuchs mit den Aufgaben der Wehr, wie der Vorsitzende feststellte. Deshalb erweiterte sich auch der Ausbildungsumfang. Eine aktive Feuerwehrfrau oder ein Feuerwehrmann braucht in vielen Bereichen ein großes Wissen. Aber sie müssen auch Seelsorger für Opfer und Angehörige sein. Diese und noch viele weitere Ansprüche werden vom Gesetzgeber und von der Gesellschaft gefordert.
Mit einer Mannschaftsstärke von 25 Aktiven stellt die Wehr sich den Anforderungen der heutigen Zeit. Deshalb werden sich die Aktiven weiteren Schulungen und Ausbildungen stellen. Michael Wegner lobte im Besonderen die Wehr aus Coburg, die für die Wehr die Grundausbildung und weiterführende Ausbildungen anbietet, und stellte die gute Zusammenarbeit heraus.


Freiwillige verteilen

Die Wehr habe schon immer Probleme gehabt, eine ausreichend große Mannschaft bereitzustellen. Viele seien der Meinung, dies sei ein Problem der vergangenen Jahre. Diesem Glauben wollte der Vorsitzende entgegentreten. Deshalb müsse man die geringe Zahl der Freiwilligen auf mehrere Organisationen des öffentlichen Rechts und Ordnung verteilen, damit jede ehrenamtliche Organisation ihren wichtigen Dienst für die Gesellschaft verrichten könne.
Der Schirmherr, Oberbürgermeister Norbert Tessmer, zollte in seiner Festrede viel Wertschätzung der Feuerwehr, die eine verantwortungsvolle Arbeit in ihrer Freizeit über Generationen hinweg geleistet habe. Es sei viel Hintergrundwissen in allen möglichen Bereichen gefragt. Dazu komme auch noch die Bürokratie und Dokumentation. Durch die zahlreichen Ausbildungen und Lehrgänge werde es immer schwieriger, junge Menschen für den freiwilligen Dienst zu gewinnen. Durch zu enge Straßen, unrühmliche "Gaffer" und Beleidigungen würden die Einsätze oft erschwert, wusste das Stadtoberhaupt. Der OB appellierte dennoch, sich der Feuerwehren anzuschließen. Für junge Technikfans sei die Feuerwehr genau das richtige. Er zollte der Feuerwehr Bertelsdorf Lob und Dank im Namen der Stadt. Denn seit ihrer Gründung habe die Wehr spontane und unbürokratische Hilfe geleistet. Für den Oberbürgermeister sind die Wehren in der Stadt eine Elitetruppe.
Die Feuerwehr Bertelsdorf sei für die Bürger aus Bertelsdorf unverzichtbar, wie Stadtbrandrat Christian Dudda und Stadtbrandinspektor Daniel Fritz in ihren Glückwünschen herausstellten. Allerdings hätten sich die beiden Brandschützer aus Coburg ein paar mehr Geburtstagsbesucher für die Wehr gewünscht.
Die Band "Memory" spielte beim Festkommers auf. mst