Die Gemeinde greift den Bürgern bei der Grundsteuer tiefer in die Tasche: Bislang betrug der Hebesatz 320 Prozentpunkte. Mit Beginn des nächsten Jahres werden 340 Prozentpunkte fällig. Der Gemeinderat kommt damit einer Forderung des Landratsamtes nach, die eine Anhebung auf den Landesdurchschnitt fordert.
"Bevor Kommunen Kredite in Anspruch nehmen, sollen erst einmal alle Einnahmemöglichkeiten ausgeschöpft werden", erläuterte Kämmerin Astrid Redinger die Gründe für die geforderte Anhebung. Anhand von Beispielen zeigte sie auf, dass die jährliche Erhöhung moderat ausfallen werde. "Bei einem Einfamilienhaus sind es elf Euro, bei einem Mehrfamilienhaus 24 Euro", rechnete sie vor. In die Gemeindekasse spült die Erhöhung Mehreinnahmen von 33 590 Euro.
Das Echo auf die geforderte Anhebung fiel unterschiedlich aus: "Um attraktiv für Gewerbetreibende zu bleiben, sollten wir den niedrigeren Grundsteuersatz beibehalten", meinte Zweiter Bürgermeister Georg Deuerling von den Freien Bürgern der Ortsteile (FBO) mit Blick auf das geplante Gewerbegebiet in Woffendorf. "Wir sollten der Rechtsaufsicht keine Angriffsfläche bieten", widersprach Frank Novotny von den Sozialen Bürgern (SB) mit Blick auf anstehende Baumaßnahmen wie die Kinderkrippe an der Kreuzberg-Kita und das Lehrschwimmbecken. Mit 13 zu sechs Stimmen wurde einer Erhöhung der Grundsteuer zugestimmt.


Schuldenstand sinkt

Erfreulich: Der Schuldenstand der Gemeinde ist rückläufig. Das geht aus den mündlichen und schriftlichen Ausführungen von Kämmerin Astrid Redinger hervor. "Der Schuldenstand ist rückläufig. Er sank im vergangenen Jahr von 1,7 auf 1,4 Millionen Euro", sagte die Fachfrau. Bei 5402 Einwohnern (Stand: 30. März 2017) ergibt das eine Pro-Kopf-Verschuldung von 267,56 Euro. Damit liegt Altenkunstadt deutlich unter dem Landesdurchschnitt vergleichbarer Kommunen, der am 31. Dezember 2015 nach Mitteilung des statistischen Landesamtes 735 Euro pro Einwohner betragen hatte.
Zugleich gewährte Redinger einen Einblick in das Zahlenwerk für das laufende Jahr, das im Mai verabschiedet werden soll. "Um den Haushalt 2018 ausgleichen zu können, stehen derzeit in der Haushaltsplanung Kreditaufnahmen in Höhe von drei bis vier Millionen Euro zur Debatte", sagte sie. Der Haushaltsplan 2018 wird den Ausführungen Redingers zufolge von Maßnahmen dominiert, die bereits 2017 begonnen wurden. Die größten Ausgabeposten sind: die Abwasserbeseitigung der Ortsteile Burkheim, Pfaffendorf, Zeublitz und Spiesberg (1,5 Millionen Euro), die geplante Erneuerung der Wasserversorgung und der Entwässerung in der Weismainer Straße (eine Million Euro), die Grunderwerbskosten für das Gewerbegebiet Woffendorf (640 100 Euro), die Generalsanierung der Grundschule (600 000 Euro), der Neubau einer Lagerhalle im Bauhof mit Sanitärbereich (513 000 Euro) und weitere Maßnahmen im Zuge des Breitbandausbaus (495 000 Euro; Zuschuss 394 400 Euro).


Kreistag beschließt noch

Nachdem Weismain in der vergangenen Woche beschlossen hatte, sich mit Spenden und einem Betriebskostenbeitrag am Bau des geplanten Lehrschwimmbeckens auf dem Schul- und Sportzentrum im Altenkunstadter Ortsteil "Röhrig" zu beteiligen, steht nur noch eine Zusage aus: die vom Landkreis. Alten- und Burgkunstadt hatten bereits vor längerem grünes Licht für das Vorhaben gegeben. "Mitte Juli soll im Kreistag ein Beschluss fallen. Ich hoffe, ein positiver", teilte der Bürgermeister mit.
Am Ortsrand von Baiersdorf im Bereich Langäcker wird Baurecht geschaffen. Das Gelände gehört zwei Brüdern, die dort ein kleines Wohngebiet mit vier Parzellen erschließen wollen. Das Baurecht versetzt sie in die Lage, ihre Absicht umzusetzen.
Im ehemaligen Waldhotel Fuchs in Weismain will Regens Wagner acht Wohneinheiten für Behinderte schaffen. Gegen die damit einhergehende Teiländerung des Bebauungsplanes "Weismain Ost-Fürstenweg" regte sich im Gremium kein Widerstand.
Begrüßt wurde auch das Ansinnen der Stadt Lichtenfels, im Ortsteil Schney ein Gewerbegebiet "An der Zeil II" zu schaffen. Der Gemeinderat bestätigte Michael Zapf als Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Pfaffendorf und Christian Birk als seinen Stellvertreter sowie Frank Manzer und Matthias Hümmer als Kommandant beziehungsweise Stellvertreter der Floriansjünger in Woffendorf.
In nichtöffentlicher Sitzung hatte der Gemeinderat mehrere Arbeiten vergeben, die die Abwasseranlage im Ortsteil Spiesberg betreffen. Nach Auskunft des Bürgermeisters werden die Tiefbauarbeiten an die Stadtsteinacher Baufirma Günther zum Preis von 1,2 Millionen Euro vergeben. Mit der Kanalsanierung beauftragte man die Firma Kanal Türpe mit Sitz im unterfränkischen Gochsheim. Kostenpunkt: 107 622,72 Euro. Und last but not least wird eine Kläranlage gebaut, die 71 628,58 Euro kostet. stö