JOsef Hofbauer Die Mitglieder des Bauausschusses haben nun endgültig grünes Licht für die Erweiterung der Produktionsstätten der Beerenbauern gegeben und die Anregungen der "Träger öffentlicher Belange" diskutiert. Die Planung für das 3600 Quadratmeter große Gewerbegebiet liegt nun öffentlich aus.

Pro Jahr werden eine Million Gläser mit Fruchtaufstrich abgefüllt. Hauptabnehmer der erzeugten Produkte sind bundesweit der ökologische Groß- und Einzelhandel sowie ökologisch wirtschaftende Molkereien und einige Bio-Großhändler in Europa.

Derzeit wird in zwei Schichten von 7 bis 21.30 Uhr gearbeitet. Durch die geplante Erweiterung mit dem Bau einer zweiten Anlage soll die Arbeitszeit auf eine Schicht von 7 bis bis 17 Uhr reduziert werden.

Für die Zukunft aufstellen

"Wir wollen uns für die Zukunft aufstellen und die Herausforderungen meistern" , unterstreicht Birgit Bertelshofer. Die zweite Produktionslinie stehe aber nicht nur für eine gesunde Expansion, sondern gebe auch Sicherheit. Sollte beim jetzigen Produktionsablauf ein technisches Problem auftreten, würde das zu einem kompletten Stillstand führen. Mit zwei Linien könnte die Produktion, die durch den Neubau auf das Zweieinhalbfache gesteigert werden könne, zumindest in geringerem Umfang weiter laufen.

Als weiteren Grund für die Erweiterung der Produktionshalle nennt Birgit Bertelshofer die Zusammenarbeit mit der Molkerei Schrozberg, deren Produkte das Demeter Siegel tragen. "Bereits seit 2014 stellen wir für diesen Partner zwischen Rothenburg ob der Tauber und Bad Mergentheim die Fruchtzubereitung für die Palette ihrer Frucht-Joghurts her", so Bertelshofer. Diese Fruchtmischungen werden in Container abgefüllt und nach Baden-Württemberg gefahren. Diese Zusammenarbeit sei in den letzten Jahren immer mehr gewachsen und zu einem wichtigen wirtschaftlichen Standbein der Beerenbauern geworden.

Die zweite Produktionslinie - wenn alles glatt läuft, wollen die Beerenbauern im März mit dem Bau beginnen - werde auch zu einer Aufstockung des Personals führen, unterstreicht Birgit Bertelshofer. Sie hofft, dass der Neubau mit der zweiten Fertigungsstraße und großen schönen Sozialräumen Ende des Jahres in Betrieb genommen werden kann.

Nicht mehr privilegiert

Notwendig wurde die Ausweisung des Baugebietes, weil das Unternehmen der Familie Bertelshofer, das bisher als landwirtschaftlicher Betrieb geführt wurde, auf Grund der Entwicklung des Unternehmens seine landwirtschaftliche Privilegierung verloren hatte. Um die Zukunft des Betriebes sicher zu stellen und eine Weiterentwicklung am Standort in Niedermirsberg gewährleisten zu können, war die Schaffung eines Baurechtes notwendig geworden.

Mitglieder des Stadtrates Ebermannstadt standen dem Vorhaben von Anfang an positiv gegenüber, galt es doch, den betrieb am Standort in Niedermirsberg zu halten. Die Zustimmung fiel umso leichter, als die benötigten Flächen bereits im besitz der Beerenbauern sind. Das "Sondergebiet Wiesengrund" grenzt im Norden und im Westen an die Wiesengrundstraße an, im Nordosten bildet eine private Obstbaumwiese die Grenze und im Osten und Süden schließen sich landwirtschaftlich genutzte Flächen an.

Hinzu kommt: Das Planungsgebiet wird bereits jetzt teilweise als Betriebsfläche des Unternehmens genutzt. Andere Teilflächen dienen als Zufahrt oder Parkplatz.

Die Beerenbauern in Niedermirsberg haben 2011 ein Werk errichtet zur Produktion von Fruchtaufstrichen und Fruchtzubereitungen in Demeter-Qualität. Derzeit sind zwölf Mitarbeiter am Standort, Wiesengrundstraße 6 beschäftigt.