Der Weisendorfer Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen verteilte am Samstag 50 kleine Esskastanien-Bäume des Jahres an die Passanten. Wie Kreisvorsitzender Manfred Bachmayer erklärte, wurden die Bäumchen, die als "Zukunftsbaumart im Klimawandel" bezeichnet werden, in einer Regionalgärtnerei des Landkreises herangezogen.
Die Edelkastanie (Castanea sativa), auch Esskastanie genannt, ist der einzige europäische Vertreter der Gattung Kastanien (Castanea) aus der Familie der Buchengewächse (Fagaceae) und wurde zum Baum des Jahres gewählt. Die Edelkastanie ist ein sommergrüner Baum und bildet stärkereiche Nussfrüchte. In Süd- und Westeuropa wird sie wegen dieser essbaren Früchte und als Holzlieferant angebaut. Im 20. Jahrhundert gingen die Bestände durch den Befall mit dem Kastanienrindenkrebs stark zurück, erholten sich jedoch Ende des 20. Jahrhunderts wieder.


Anspruchsloser Baum

"Die Esskastanie stellt eigentlich keine großen Ansprüche an den Boden und steckt selbst Hitze gut weg", erläuterte Landtagskandidatin Astrid Marschall, werde bei uns aber leider nur selten als Waldbaum angebaut. Das sei schade, denn das Holz ist sehr langlebig und sehr gut in der Möbelindustrie verwendbar, aber auch im Garten als Holz für Pergolen, Baumpfähle und Bodendielen. Früher wurden aus dem Holz der Esskastanie auch Weinfässer hergestellt. Die Anspruchslosigkeit und Hitzeverträglichkeit und die Wirtschaftlichkeit machen es wahrscheinlich, dass die Esskastanie sich weiter ausbreiten wird. Auch Förster sehen sie als zukünftigen Forstbaum.
Die Renaissance der Esskastanie begann zunächst in Frankreich, Italien und der Schweiz. Im Tessin etwa begann sich gerade die junge Generation wieder für die jahrzehntelang vernachlässigten Kastanienhaine zu engagieren. Programme wurden aufgelegt, Landwirte erhalten Prämien und Angebote für den "sanften Tourismus" wurden geschaffen. Die alten Gerichte kommen wieder auf den Tisch, aber nicht mehr als Arme-Leute-Essen, sondern - teils verfeinert - als Teil der regionalen Identität. Wer es dann noch versteht, aus diesen Kastanien Suppen, Bratenfüllungen, Süßspeisen, Torten, Brot oder schlicht "Heiße Maroni" zu fabrizieren, der zählt diesen Baum bestimmt schon längst zu seinen Lieblingsbäumen, und das hoffen auch die Grünen im Landkreis. red