Die Autobahnbrücke über das Friesenbachtal, die bereits 1961 errichtet worden ist, ist in die Jahre gekommen. Mit einer Breite von "nur" acht Metern und einer Spannweite von 110 Metern ist sie inzwischen viel zu schmal für eine Autobahn. Außerdem ist Spannstahl in der Brücke verbaut worden, wie Georg Müller, der bei der Autobahndirekton Nordbayern für den Bereich Brückenbau zuständig ist, am Montagabend im Gemeinderat erläuterte.
"Es handelt sich um ein Material, das spannungsrissgefährdet ist", sagte Müller. Im Klartext heißt das: Die Brücke kann "schlagartig versagen". Schon im nächsten Frühling soll die Friesenbachtalbrücke bei Thurnau deshalb erneuert werden. Ebenso wie die Autobahnbrücke über die Kreisstraße KU 17, die nach Limmersdorf führt. Unangetastet bleibt die Zwillingsbrücke über das Friesenbachtal, die erst beim Ausbau der Bundesstraße 505 errichtet worden war.
Die Limmersdorfer Straße muss während der kompletten Bauphase komplett gesperrt werden. Die Umleitung erfolgt über eine neue Straße durch das Industriegebiet-Ost, die an die Anschlusstelle Thurnau-Ost angebunden wird.
Schon jetzt ist klar, dass es zu Behinderungen und zu Totalsperrungen kommen wird. Auch Radfahrer werden die Baustelle vorübergehend nicht passieren können, warnte Müller die Räte bereits vor und erklärte Details zum Bau des Brückenbauwerks auf der A 70.
Klaus Förster (FW) wandte ein, dass sich die Verantwortlichen im Zuge des Brückenneubaus auch über die störenden Klack-Klack-Geräusche Gedanken machen sollten. "Eine Autobahn wird man immer hören. Wir kriegen den Lärm nicht ganz weg", betonte Thomas Pfeifer, Leiter der Autobahndirektion. "Ist schon einmal über reduzierte Geschwindigkeiten nachgedacht worden?", fragte Jürgen Kieslich (CSU) an. Und auch Veit Pöhlmann (FDP) kündigte an, für einen verbesserten Lärmschutz kämpfen zu wollen.
Doch die Sanierung der Friesenbachtalbrücke ist nicht das einzige Mammutprojekt, das die Autobahndirektion in Thurnau vorhat. Es ist zudem nötig, auf einer Länge von drei Kilometern die Autobahntrasse bei Thurnau komplett zu verlegen.


Der Untergrund rutscht

"Wir haben große Probleme mit der Geologie. Denn wir haben aktive Gleitzonen in Verbindung mit Feuerletten. Der Untergrund bewegt sich zwei Zentimeter im Monat - und das wird zunehmend schneller", erklärte Pfeifer. Die Verlegung der Autobahntrasse kostet 30 bis 40 Millionen Euro, beinhaltet ist auch eine komplett neu gestaltete Ausfahrt Ost inklusive zwei Kreiseln. Das Planfeststellungsverfahren soll schnell eingeleitet werden. Auf Nachfrage von Dietmar Hofmann (SPD/OL) teilte Pfeifer mit, dass schon 2019 Baurecht für die Verlegung der Trasse bestehen und das Projekt ab 2020 umgesetzt werden könnte. "Die genauen Pläne werden in den nächsten sechs Wochen vorgelegt", so Pfeifer.