Vor kurzem feierte sie noch ihren 98. Geburtstag. Am Dienstag ist Dorothea "Gretel" Zeyher verstorben. Die engagierte und beliebte Stadtsteinacherin hat sich über Jahrzehnte in vielen sozialen Bereichen für andere Menschen eingesetzt. Gretel Zeyher ist in Stadtsteinach geboren, aufgewachsen und zur Schule gegangen. Sie war ausgebildete BRK-Schwester und war im Kriegsdienst in einem Lazarett in Russland eingesetzt, wo sie viel Leid erlebte und anschließend selbst fünf Jahre in russische Gefangenschaft geriet. Erst 1950 kehrte sie nach Stadtsteinach zurück und war im Geschäft ihres Vaters tätig, der eine Polsterei betrieb.

Als erste Frau wurde sie 1966 für die CSU in den Stadtrat gewählt und gehörte dem Gremium 30 Jahre lang an. Von 1990 bis 1996 war Gretel Zeyher stellvertretende Seniorensprecherin. 1986 zeichnete sie die Stadt mit der Bürgermedaille aus, der Freistaat Bayern ehrte sie mit dem Verdienstorden am Bande. Sehr engagiert hat sie sich im Pfarrgemeinderat der Pfarrei St. Michael. Als naturverbundene Frau trat sie 1960 in den Frankenwaldverein ein. Gretel Zeyher war 1983 zudem Mitbegründerin des Caritas-Kreisverbandes Kulmbach und arbeitete im Beirat des Kreisvorstands mit. Vehement trat sie für die Errichtung des Seniorenheims durch die Caritas ein. Im Mai 2013 zog sie selbst in dieses Pflegeheim ein.

Die Beerdigung von Gretel Zeyher findet am morgigen Samstag auf dem Stadtsteinacher Friedhof statt. db