Mit einer grandiosen Premiere startete das Ensemble der Theatergruppe am Samstag in die Theatertage. Mit dem Schwank "Dreistes Stück im Greisenglück" von Bernd Gombold studierte die Laienspielschar in diesem Jahr einen Dreiakter ein, der sich in seiner Handlung etwas vom Inhalt der Stücke aus den vergangenen Jahren abhob. Eines blieb jedoch, wie es schon seit Jahrzehnten ist, nämlich die zwerchfellerschütternde Wirkung, die die Darbietungen der einzelnen Akteure auf das Publikum haben.

Die alljährlichen Aufführungen der Theatergruppe sind mittlerweile zu einem absoluten "Muss" für eingefleischte Volkstheaterfans, nicht nur aus der Region, geworden. Allein der Anblick des Bühnenbildes, welches wieder mit viel Liebe zum Detail ausgestattet wurde, ist eine Augenweide. Mit einem rund dreieinhalb Stunden dauernden Bombardement aus sprühendem Wortwitz und tiefsinnigem Humor begeisterte die Theatergruppe erneut ihre Fangemeinde.

Ein Urgestein auf der Bühne

Erstmals nach 22-jähriger Pause steht auch wieder Gründungsmitglied und Theater-Urgestein Edmund Tremel mit auf der Bühne, und es kann mit Fug und Recht behauptet werden, dass er es nicht verlernt hat.

Im Seniorenheim "Greisenglück" führt die Schwester Oberin (Barbara Lunz) ein äußerst strenges Regiment, unter dem die Heimbewohner sehr leiden. Mit teils drastischen Strafmaßnahmen versucht sie, die Senioren einzuschüchtern und so für Ruhe und Disziplin zu sorgen. Fred Müllerschön (Edmund Tremel), sein "verwirrter" Zimmernachbar Paul (Udo Stöcker) und die schwerhörige Oma Irma (Christa Giese) wollen jedoch nicht kuschen und widersetzen sich der gestrengen Oberin bei jeder passenden Gelegenheit. Lediglich Fatima (Jutta Fleischmann), die quirlige türkische Putzfrau und gute Seele des Hauses, hilft den Heimbewohnern, die alltäglichen Repressalien der Heimleiterin einigermaßen gut zu überstehen.

Probleme hat Opa Müllerschön auch mit seinem krankhaft geizigen Sohn Hermann (Werner Troche), dessen Frau Berta (Silvia Bayer) und seinem zweiten Sohn Josef (Stefan Fleischmann). Anstatt sich um das Wohl des Vaters zu kümmern, gilt deren einzige Sorge der Tatsache, dass der alte Herr immer noch kein Testament gemacht hat. Bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit erinnern sie ihn daran. Einzig in seiner Enkeltochter Karin (Helena Deuerling) hat Opa Müllerschön eine treue und hilfreiche Verbündete, die ihn unterstützt und angesichts des kargen Speiseplans im Heim mit allerhand Leckereien versorgt. Im Gegenzug findet Karin in ihrem Opa einen treuen Ratgeber, der ihr bei Problemen mit List und Tücke zur Seite steht.

Handfeste Schlägerei

Eines Nachts taucht Karin bei ihrem Opa im Seniorenheim auf und sucht eine Bleibe für ihren Freund Alex (Marian Tribale). Als Mitglied der Rockband "Onkel Doktor und die Krankenschwestern" war dieser nämlich in eine handfeste Schlägerei verwickelt und soll nun im Heim vorübergehend vor der Polizei versteckt werden. Als am Morgen darauf Fatima wie gewohnt zum Putzen kommt, traut sie ihren Augen nicht. Denn sie findet anstelle von Opa Müllerschön nun den Rocker im Zimmer vor. Um dies aber zu vertuschen, erfindet Opa Müllerschön die wildesten Geschichten - sehr zum Missfallen der aufbrausenden Schwester Oberin. Als Strafe für sein widerspenstiges Verhalten droht ihm die resolute Heimleiterin mit drastischen Maßnahmen wie dem Magenschlauch, einem Katheder und sechs Wochen fixierter Bettruhe.

Um dies von sich abzuwenden, täuscht der Opa einen Herzinfarkt vor, und Rocker Alex gibt sich zudem als Vertreter des Heimarztes aus, der die schützende Hand über dem vermeintlichen Patienten ausbreitet. Zu guter Letzt bringt auch noch Fußpflegerin Rosi (Antje Brückner) etwas "erotische Farbe" in den grauen Alltag der betagten Heimbewohner Fred und Paul.

Regie führt Yvonne Österreicher. Der Jugendnachmittag findet in diesem Jahr am 6. April, ab 14.30 Uhr statt. Hierbei zeigen die Mini-Gruppen und Jugendgruppen ihr Können auf der Theaterbühne. Der Eintritt an diesem Nachmittag ist frei.