von unserer Mitarbeiterin Heike Schülein

Kronach — "Das ist der Knaller", ist Stephan Schoderer immer noch ganz ungläubig. Der Fachlehrer hat die Internetseite www.bjckm.de der Bundesjugend für Computer, Kurzschrift und Medien geöffnet und freut sich immer wieder, was da unter Bundesjugendschreiben, Ergebnisse 2014, Altersgruppe 4 schwarz auf weiß geschrieben steht. Die bundesweite Ergebnisliste mit mehr als 1000 Teilnehmern dieses Jahrganges wird nämlich von einem "Kronacher Trio" angeführt: Bundesweite Siegerin ist Alena Hasanaj, Zweite Michelle Dudda und Dritte Justine Hofmann - alle drei von der Gottfried-Neukam-Mittelschule.

10 500 Teilnehmer

Seit acht Jahren nimmt die Mittelschule am Bundesjugendschreiben teil. Knapp 10 500 Tastschreiber von 200 Schulen sowie 40 Vereinen aus dem ganzen Bundesgebiet hatten beim jährlich stattfindenden Wettbewerb gewaltig in die Tasten gehauen, um ihre "Fingerfertigkeit" und ihren geübten Umgang an der Tastatur unter Beweis zu stellen. Bereits in den vergangenen Jahren erreichte die Kronacher Mittelschule dabei sehr gute Ergebnisse, darunter sogar mal eine Top-Ten-Platzierung. Aber alle Podestplätze in einer Jahrgangsstufe: Das gab es an der Schule noch nie.
Seitens der Kronacher Mittelschule nahmen alle Schüler der achten, neunten und zehnten Jahrgangsstufe mit dem berufsorientierenden Zweig Wirtschaft teil, wofür die beiden Lehrkräfte Stephan Schoderer und Julia Bauer verantwortlich zeichnen. Beim Tastschreiben galt es, innerhalb von zehn Minuten einen Text von einer Vorlage abzuschreiben - natürlich mit möglichst wenigen Fehlern bei gleichzeitig möglichst vielen Anschlägen.
Von allen Teilnehmern ihrer Altersgruppe gelang dies Alena Hasanaj aus der M 9b am besten. Die Oberrodacherin schaffte 3451 Anschläge ohne Fehler (3451 Punkte). Dicht gefolgt wurde sie von Michelle Dudda aus Steinwiesen (3244 Punkte). Dieser gelangen die meisten Anschläge aller Teilnehmer - nämlich 3644 - sie musste aber aufgrund ihrer vier Fehler Punktabzüge hinnehmen. Platz drei ging an die Glosbergerin Justine Hofmann aus der M 9a, die ebenfalls fehlerfrei blieb und 3154 Punkte schaffte.
Am Donnerstag fand an der Gottfried-Neukam-Schule die Siegerehrung statt. Stephan Schoderer und Julia Bauer ehrten jeweils die drei Besten der Jahrgangsstufen 8, 9 und 10. Alle Teilnehmer erhielten ihre Urkunden. "Das ist ein fantastisches Ergebnis", strahlte Stephan Schoderer und ergänzte: "Das Ergebnis hat wieder einmal eines verdeutlicht: Ein Mittelschüler braucht sich nicht zu verstecken!"

Mittelschüler haben flinke Finger

Und wie schafft man nun solche tollen Leistungen? Zunächst einmal zeigen sich die drei Bundessiegerinnen selbst überrascht von ihrem Abschneiden, das sie so nie erwartet hätten. Auch räumen sie ein, schon etwas nervös gewesen zu sein.
"Meine Nervosität ist auch beim Schreiben nicht weniger geworden, weil man ja keine Fehler schreiben will. Man muss sich sehr konzentrieren vom Anfang bis zum Schluss", erzählt Bundessiegerin Alena, die später einmal in einem Büro arbeiten möchte. Justine will Erzieherin werden und Michelle zieht es in den technischen Bereich. Justine hat eine eigene "Erklärung" für ihr tolles Abschneiden. Da sie Klarinette spielt, habe sie ein ziemlich gutes "Fingerspitzengefühl" - das sei sicherlich ein Vorteil.
Alena wurde sogar zusammen mit den Bundessiegern der anderen Altersgruppen zu einem Wochenende mit vielen Programmpunkten nach Köln eingeladen. Da der Termin aber bereits am kommenden Wochenende ist, hat sie abgesagt. "Ich befinde mich gerade in der Vorbereitung für den Quali, was mir wichtiger ist. Es ist natürlich schade, ich wäre schon gerne mit nach Köln. Aber wenn ich am Sonntag spät heimkomme und am Montag müde in die Prüfungen gehe, wäre das auch nichts", sagt sie. Die Schule geht eben vor...