I n diesem Jahr kommt das weltumspannende Gebet der Frauen aus Südamerika. Surinam ist das kleinste Land des Subkontinents und doch eines seiner buntesten. Über 300 Jahre war Surinam holländische Kolonie und wurde erst 1975 in die Unabhängigkeit entlassen.
Als Teil Amazoniens und angrenzend an Brasilien weist es eine sehr hohe Biodiversität auf: 80 Prozent des Landes sind immer noch von Regenwald bewachsen, der mehr als 1000 verschiedene Baumarten beheimatet. Im deutschen Wald sind es gerade einmal 30.
Um diese Vielfalt geht es auch im Weltgebetstag: Gott hat alles gut geschaffen! (1 Mose 1,31) Eine bewundernswerte Natur und auch uns Menschen in all unserer Unterschiedlichkeit:
Mehr als ein Drittel der Surinameser sind afrikanischen Ursprungs, die noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Sklaven auf den Plantagen arbeiteten. Ein knappes weiteres Drittel ist indischer Abstammung; diese Menschen wurden nach Abschaffung der Sklaverei "ersatzweise" als billige Arbeitskräfte nach Surinam gebracht. Daneben gibt es kleine indigene Gruppen, Menschen europäischer und chinesischer Abstammung - insgesamt also ein "buntes Völkchen"!
Ebenso vielfältig ist auch die Religionszugehörigkeit: Knapp die Hälfte der Surinameser gehört christlichen Kirchen an, daneben gibt es eine große Gruppe sowohl von Hindus als auch von Muslimen unter den rund 540 000 Einwohnern.
Die Frauen aus Surinam laden uns ein, sich mit ihnen dieser Vielfalt zu öffnen und Gott dafür zu loben. Aus jedem Satz des Gottesdienstes rufen sie uns entgegen: Habt keine Angst vor dem Fremden und dem Unbekannten. Lasst euch darauf ein und lernt einander kennen. Eine multikulturelle und -religiöse Gesellschaft können wir als Bereicherung erleben, wenn wir Konflikte gemeinsam lösen und Feste miteinander feiern. Die Liste der surinamischen Feiertage zeigt dies besonders schön. Neben Ostern stehen da auch das islamische Zuckerfest oder das hinduistische Lichterfest.
Nehmen wir dies als Aufforderung, gerade in diesem Jahr Frauen anderer Religionen zum Weltgebetstag einzuladen und sie dort willkommen zu heißen.
Übrigens, der Bibeltext 1 Mose 1,1 - 31 fordert uns auf, vegetarisch zu leben - auch das eine Gelegenheit, den Weltgebetstag im Alltag weiter zu feiern und unsere Schöpfung zu schützen.
Mit der Kollekte unterstützen wir in diesem Jahr unter anderem junge Surinamerinnen, denn qualifizierte Arbeitsplätze, gerade für Frauen aus armen Familien, sind rar - und so sind gerade sie gefährdet, sich im Sextourismus ihr Einkommen "erwirtschaften zu müssen". Helfen Sie uns dabei, weltweit alternative Einkommensmöglichkeiten für Frauen zu schaffen!
"Gottes Schöpfung ist sehr gut!" Davon sind Christinnen aus Surinam überzeugt. Ihre gleichnamige Liturgie wird am 2. März rund um den Globus gefeiert, auch in vielen Gemeinden in unsrem Landkreis. Sie alle sind herzlich willkommen.

(Elfriede Schneider aus Ebern ist verantwortlich für den Weltgebetstag der Frauen im Landkreis.)