Die Generalprobe vor dem ersten Pflichtspiel 2016 ging für den Zweitligadritten HSC 2000 Coburg gegen den Bergischen HC, Drittletzter der ersten Liga, daneben.
Die Coburger verloren mit 26:34, bereits zur Pause lief man einem 12:17-Rückstand hinterher. "Wir haben deswegen ein Trainingsspiel gegen den BHC ausgemacht, weil deren Spielanlage interessant ist. Sie verteidigen offensiv, sind im Tempospiel sehr gut. Ein Rückspiel in Coburg soll zu gegebener Zeit folgen", begründet Trainer Jan Gorr die Reise an die Wupper.
Der derzeitige Tabellensechzehnte der DKB-Handball-Bundesliga verlangte mit dieser taktischen Ausrichtung auch in seinem letzten Spiel vor der Europameisterschaftspause dem THW Kiel alles ab, unterlag nur mit drei Toren Differenz.
Da der erste Gegner am kommenden Wochenende, der SV Henstedt-Ulzburg eine ähnliche Spielanlage hat, wollte Gorr das testen und zudem seine Mannschaft auch mit einer weiten Auswärtsfahrt wieder in den Rhythmus bringen. "Das war ein Vorgeschmack für die weite Fahrt nach Hamburg."


"Problemzonen nicht kaschiert"

Im Unterschied zum ThSV Eisenach unter der Woche, spielte der BHC zu schnell dafür, dass die Coburger ihre "Problemzonen", wie es Jan Gorr ausdrückte, "kaschieren konnten." Tatsächlich ging es für die Bergischen, kaum in Ballbesitz, mit hohem Tempo Richtung Coburger Tor. Ähnlich wie die Nationalmannschaft gegen Dänemark im letzten Hauptrundenspiel kam der HSC oft nicht dazu, seine Deckung richtig zu stellen und kassierte so viele einfache Tore.
"Mit Gegenstoß und zweiter Welle haben sie uns richtig weh getan", resümierte der Coburger Trainer. Dabei war vom BHC ein präzises Passspiel zu beobachten, das selten unterbunden werden konnte.


Florian Billek wieder am Start

Nach seiner Verletzung war Florian Billek erstmals wieder dabei, dafür musste Gorr auf Jiri Vitek verzichten, den eine Virusangina erwischt hatte. Zunächst sah es für die Coburger, für die Matthias Gerlich acht Mal und Steffen Coßbau sechs Mal trafen, gar nicht so schlecht aus. Über 5:5 (12.), blieb man bis kurz vor der Pause (13:11) in Schlagdistanz, lag dann aber doch mit fünf Toren zurück.
Mehr und mehr merkte man, dass gegen die offene Deckung der Gastgeber beim HSC die taktische Flexibilität auf der rechten Seite fehlte. Girts Lilienfelds mit insgesamt fünf Toren war durch den Ausfall von Vitek dort im Rückraum Alleinunterhalter und Gorr gezwungen, mit einem Rechtshänder zu agieren, wie schon einige Male in der Hinrunde.


Am Ende wurde es deutlich

Doch der Bergische HC stellte sich bestens auf diesen Nachteil der Coburger ein und stellte die Passwege ein ums andere Mal zu. Auch nach dem 27:23 ließen die Gastgeber nicht locker und warfen noch einen standesgemäßen Sieg heraus.