Viele Ehrengäste, für jeden Schiedsrichter ein Geschenk, prominente Redner, gutes Essen und gute Musik: In der voll besetzten Marktscheune im Hallstadter Kulturboden wurde den Referees an dem mehr als gelungenen Jubiläumsabend zum Abschluss des 100. Jahres seit der Gründung der Gruppe noch einmal einiges geboten.

Los ging es diesmal schon am Nachmittag mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Kilian in Hallstadt. Die Predigt wurde vom ehemaligen Bayernliga-Schiedsrichter und langjährigen Bezirkssportrichter Georg Kaiser, Pastoralreferent aus Hof, gehalten. Untermalt wurde dieser kirchliche Auftakt vom Chor "Sängerlust" unter der Leitung von Uwe Altenbach, ebenfalls ein Schiedsrichter.

Den Festakt angepfiffen

Durch den Pfiff aus einer über 100 Jahre alten Schiedsrichter-Pfeife wurde dann der Festakt im Kulturboden der Marktscheune in Hallstadt durch den Obmann Günther Reitzner eröffnet. Zur letzten Veranstaltung zum 100. Jahr des Bestehens der SR-Gruppe Bamberg waren nicht nur viele Schiedsrichter gekommen, sondern auch zahlreiche Ehrengäste aus Sport und Politik.

Günther Reitzner ließ das Jubiläumsjahr der Gruppe mit den vielfältigen Events und Unternehmungen Revue passieren, im Hintergrund lief eine von Ralf Riemke zusammengestellte Dia-Show mit Eindrücken aus der jüngeren und älteren Vergangenheit der Gruppe. Musikalisch aufgelockert wurde die Veranstaltung von der 25-köpfigen Big-Band "JustSwing".

Der ehemalige Welt-Schiedsrichter Aron Schmidhuber, Bundesliga-Referee Benjamin Brand, die beiden Schirmherren Karl und Helmut Fleischer, Ex-Bundesliga-Schiri Wolfgang Heyder, Hallstadts Bürgermeister Thomas Söder, Bambergs Zweiter Bürgermeister Christian Lange, Landrat Johann Kalb, zahlreiche Obmänner, Udo Schoberth für die Bayerische Sportjugend und weitere geladene Gäste ließen es sich nicht nehmen, der SR-Gruppe Bamberg zu ihrem Jubiläum zu gratulieren. Ebenso wie der Dörfleinser Vorsitzende Heiko Nitsche, dessen Verein seit Jahren Gastgeber der Schiri-Sitzungen ist.

Ehrung für "Lebenswerk"

Traditionell nimmt die Gruppe bei der Weihnachtsfeier, die diesmal gleichzeitig eine Jubiläumsfeier war, auch Ehrungen vor. Dabei hatte Helmut Fleischer die Rollen als Geehrter und als Ehrender inne, denn der ehemalige FIFA-Referee wurde nicht nur für 40 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet, sondern hielt auch die Laudatio für Gertrud Gebhardt, die für ihr "Lebenswerk" geehrt wurde und die an der Linie stand, als Fleischer sein erstes Bundesliga-Spiel (Schalke - Kaiserslautern) pfiff. "Sie stand mehr im Mittelpunkt der Medien als ich, und so sehr man auch danach suchte: Sie hat in 90 Minuten keinen einzigen Fehler gemacht", lobte der Laudator die Pionierin, die immer ein Vorbild für ihn gewesen sei. Und Bibiana Steinhaus ließ ausrichten: "Sag ihr bitte, sie war immer mein großes Vorbild!" Eine mehr als verdiente Ehrung für eine Schiedsrichterin, die heute noch der Gruppe zur Seite springt, wenn Not am Mann ist.

"Jungschiedsrichter des Jahres"

Auch Markus Pflaum hatte eine Doppelrolle inne, doch von einer wusste er bis zum entscheidenden Moment nichts. Zwar führte der Regionalliga-Schiri gewohnt souverän durch den Abend, aber dann wurde ihm von Bundesliga-Schiedsrichter Benjamin Brand die "Goldene Pfeife" überreicht. Dabei machte der momentan noch verletzte Brand deutlich, wie Markus Pflaum für ihn vom Schiedsrichter-Kollegen zum Freund geworden war.

Die Ehrung zum "Jungschiedsrichter des Jahres" nahm Daniel Reich vor. Die Wahl fiel diesmal auf die 30-jährige Sabrina Braun, die sich sichtlich über diese Auszeichnung freute.

Den Abschluss des offiziellen Teils eines Abends, an dem für jeden Schiedsrichter ein extra für das Jubiläum angefertigter "Pfiffikus" als Geschenk bereitstand, bildete die Losziehung der Tombola mit zwei wertvollen Hauptpreisen: Einen Motorroller (gestiftet von Schiedsrichter Roland Dorsch) gewann Andreas Oppelt, bei der Reise für zwei Personen mit Flug oder Zugfahrt (gestiftet von Schiedsrichter Marco Di Filippo) fiel das Los auf Werner Dippold.

Obmann Günther Reitzner meinte zum Abschluss: "Wir sind auch nach 100 Jahren eine intakte, lebendige Gruppe!"

Und für die ist das Tagesgeschäft das gleiche wie in den 100 Jahren zuvor: "Wir urteilen und werden beurteilt, wir pfeifen und werden ausgepfiffen!", wie es Karl Fleischer formulierte. red