"Ich danke Gott für jeden Tag, den er mich leben lässt", freut sich Hedwig Voit über ihren 90. Geburtstag, den sie im Awo-Seniorenzentrum in Knetzgau feierte. "Ich hätte nicht gedacht, dass ich so alt werde", resümiert sie.
Hedwig Voit, geborene Schuller, ist am 7. August 1928 in Burgpreppach auf die Welt gekommen und aufgewachsen. Nach der regulären Schulzeit ging sie ein Jahr lang auf die Haushaltsschule nach Bamberg. "Mein Traum war es, Kindergärtnerin zu werden", erzählt die Jubilarin. Der Wunsch erfüllte sich leider nicht, da die Eltern in der schwierigen Zeit nicht die Mittel hatten, ihrer Tochter eine Ausbildung zu finanzieren. Stattdessen arbeitete Voit als Dienstmädchen in verschiedenen Haushalten in der Region, unter anderem arbeitete sie auch in der "Mantels Wirtschaft" in Haßfurt, wo sie ihren späteren Ehemann Wilhelm kennenlernte. Das Ehepaar bekam zwei Söhne. Zur Familie zählen inzwischen auch ein Enkelsohn und zwei Urenkelkinder. Seit einiger Zeit ist Hedwig Voit Witwe, ihr Mann verstarb nach 67 Ehejahren Ende Mai 2018.
In früheren Jahren ist Hedwig Voit mit ihrem Mann viel gewandert, dafür waren beide 35 Jahre lang im Wanderverein. Der Aufenthalt in der Natur gehörte zu den bevorzugten Beschäftigungen, auch die Arbeit im großen Garten des Anwesens "Voits Insel" an der Flutbrücke in Haßfurt. Hedwig Voit legte schon immer großen Wert auf Blumenschmuck, der auch im Zimmer der Seniorin zu bewundern ist. Seit eineinhalb Jahren wohnt sie dort und hat sich gut eingelebt, wie sie sagt.
Sie geht gerne zur Gymnastik, zum Singen und Bingospielen und hilft gerne in der Küche aus. Zudem dichtet die Jubilarin sehr gerne. Dem Herrgott sei Hedwig Voit sehr zum Dank verpflichtet, wie sie betont: "Ich konnte mich immer wieder gut von meinen Leiden erholen". Jetzt hoffe die 90-Jährige, dass sie noch etwas Zeit mit ihren Urenkeln Zoe und Luk genießen darf. cr