Die Forchheimer Wohnungsbaugenossenschaft Gewog hielt ihre Mitgliederversammlung ab. Mit wenigen Enthaltungen billigten die Genossen die Bilanz 2017, die mit 22,4 Millionen Euro schließt.

Darin enthalten ist der Wert der Grundstücke und Wohnungen mit 19,5 Millionen Euro. In Sanierung und Bestandserhalt hat die Gewog 2017 fast eine halbe Million investiert. Die Einlagen der Genossen (160 Euro pro Person) stellen insgesamt einen Wert von knapp 600 000 Euro dar.

Die Gewog mit ihren fast 1000 Mitgliedern hält 646 Wohnungen, von denen noch 146 preisgebunden sind. Hier liegt der Mietzins bei etwas über vier Euro pro Quadratmeter. Die anderen Wohnungen kosten zwischen sechs und sieben Euro pro Quadratmeter. Mit diesen Preisen hat die Gewog das Forchheimer Preisniveau nicht ausgeschöpft. Die Mehrzahl der Wohnung hat drei Zimmer und eine Fläche zwischen 60 und 70 Quadratmetern.

Eine immer mehr steigende Nachfrage nach Genossenschaftswohnungen stellte das neue hauptamtliche Vorstandsmitglied Loreen Klauß fest. Zudem mache sich ein Generationenwechsel bemerkbar. Mehr jüngere Menschen ziehen ein. Sie legen Wert auf modernisierten, zeitgemäßen Wohnraum. Deshalb gilt das wirtschaftliche Augenmerk der Gewog der Sanierung ihrer Häuser, deren älteste aus dem Jahr 1949 stammen.

Die Aufsichtsratsvorsitzende Kerstin Freund sieht das Interesse an Genossenschaftswohnungen bei weitem nicht nur im günstigen Mietzins. Immer geschätzt werden die Leistungen, die bei der Mietung von privat nicht geboten werden, wie Hausmeister oder Treppenreinigung. Trotzdem liegen nach ihrem Kenntnisstand die monatlichen Nebenkosten je nach Bewohneranzahl bei 150 bis 200 Euro. In den Gewog-Wohnungen leben rund 1300 Personen.

Neubau in der Käsröthe

"Wir sind im Zugzwang wegen Neubauten, vor allem wegen des Zuzugs", sagt Freund. Voraussichtlich wird die Gewog 2020 in der Käsröthe auf einem eigenen Grundstück bauen, vor allem barrierefreie Wohnungen für ältere Menschen in ähnlicher Bauweise wie in der Umgebung. Zuerst aber steht noch die große Sanierung des Wohnblocks in der Bügstraße an. Vier bis fünf Jahre wird es nach Freund noch dauern, bis auch im Stadtnorden neue Wohnungen entstehen.

Die Investitionen hängen auch von der wirtschaftlichen Entwicklung ab. Hausintern schlägt einerseits zu Buche, dass die Mieteinnahmen durch die modernisierten Wohnungen steigen und weniger Rücklagen für Sanierungen gebildet werden müssen. Auf der anderen Seite ist die Eigenmittelausstattung mit 36 Prozent der Bilanzsumme eher unter dem Branchendurchschnitt. Steigende Kreditzinsen könnten die Pläne der Gewog mittelfristig verzögern oder unmöglich machen.

Neues Aufsichtsratsmitglied

Die Mitgliederversammlung wählte als neues Aufsichtsratsmitglied Jürgen Mittermaier, der bei den Stadtwerken tätig ist. Wiedergewählt wurde Rechtsanwältin Traudi Harrer. Weiter im Amt sind Hans-Dieter Hübner und Günther Hammer.