Gut Ding will Weile haben, so könnte das Motto für den Neubau eines Dienstleistungs- und Ärztezentrums in Memmelsdorf lauten. Zehn Jahre und ein Bürgerentscheid, der sich im Nachhinein als segensreich für die Gemeinde erweisen sollte, mussten ins Land gehen, ehe nun wohl im späten Frühjahr 2019 an der Ortsumgehung von Memmelsdorf das neue Objekt seiner Bestimmung übergeben werden kann.
Das Warten wird sich dann aber in jedem Fall gelohnt haben, so Bürgermeister Gerd Schneider und die Bauherrenvertreter mit dem Architekten Dieter Nitsche von den Litzendorfer Architekten "Format 4ier" in der öffentlichen Gemeinderatssitzung, die von den Gemeindebürgern gut besucht war. Man sollte nicht nur darüber jammern, dass man keine Allgemeinärzte mehr fürs Landleben begeistern könne, man müsse eben auch Angebote unterbreiten und realisieren, die den Hausärzten eine hervorragende Infrastruktur in ihrer Heimat zur Verfügung stellten, so Schneider in seiner Vorrede zum Projekt des Dienstleistungs- und Ärztezentrums. Architekt Dieter Nitsche, der den in Holzrahmenbauweise erstellten Neubau im Ratsgremium vorstellte, mochte gar von einer neuen Stadttor-Situation für Memmelsdorf sprechen.


Wirtschaftliches Bauen

Der modulare Gebäudeaufbau, den er in seiner Planung von Anfang an favorisiert habe, so Nitsche, habe es ermöglicht, dass man nun wirtschaftlich bauen könne, die Erschließung und die Erweiterung des Baukörpers unproblematisch bewerkstelligt würden und die Bauherrin Gewo-Bau ein modernes Gebäude bekomme, das ausschließlich aus geprüften Baustoffen errichtet werde. Das erste Gebäude dieser Art im ganzen Landkreis Bamberg sei das Dienstleistungs- und Ärztezentrum damit. Man habe nicht nur bei den vorgesehenen Materialien auf die Nachhaltigkeit und die Ökobilanz geachtet, so Nitsche, es würde das Oberflächenwasser zudem in den Leiterbach abgeführt, und man sei sehr sparsam bei der Blechdacheinkleidung unterwegs, damit es keine Metallionen im Oberflächenwasser gebe.
Die VR Bank Memmelsdorf richtet im Neubau ihre erste Drive-in-Filiale im Landkreis ein, erklärte Bank-Vertreter Ulrich Stock, belasse aber die Bankverwaltung innerorts in Memmelsdorf. Faktisch kämen also einige weitere Arbeitsplätze in die Landkreisgemeinde. Komplettiert wird die Belegung des Neubaus mit einer Apotheke und einer Hebammenpraxis.
Einmütige Zustimmung gab es seitens des Rates für das Pilotprojekt "gesündestes Haus im Landkreis". Man könne rundum glücklich sein über den Memmelsdorfer Bürgerentscheid, der der Kommune im April 2016 in letzter Konsequenz ein Ärztehaus und einen am Standort nahe dem alten Bahnhof abgelehnten Tankstellen-Neubau gebracht habe, erklärte Gemeinderat Martin Mattausch abschließend.


Räte stimmen zu

Im Rahmen des dritten Tagesordnungspunktes hatte der Rat über die zweite Änderung des Bebauungsplanes "Schmittenau" abzustimmen. Ingenieur Jörg Meier vom Planungsbüro Höhnen und Partner stellte die Ergebnisse der Einwendungen seitens der Träger öffentlicher Belange ausführlich vor. Jeweils einstimmig wurden diese Ergebnisse zur Berücksichtigung empfohlen.
Für die fünfte Änderung des Bebauungsplans für das Gewerbegebiet Ost I, dort soll in der Nachnutzung des Gewerbebetriebs Massak ein Textil- und ein Drogeriemarkt entstehen, gab es im Ratsgremium ebenfalls Zustimmung.
Auch beim Anbau eines Geräteraumes an die Seehofhalle kam man in der Ratssitzung weiter. Der Gemeinderat stimmte der vorgestellten Entwurfsplanung einschließlich der Kostenrechnung zu. Die erforderlichen finanziellen Mittel für die Maßnahme werden im Haushalt 2018 bereitgestellt.
Die Fortsetzung der Tourismuskooperation "Fränkische Toskana" war dann bei den weiteren Tagesordnungspunkten reine Formsache, und auch die Mittel für die Sanierung und Umgestaltung des Altarraumes in der Laubender Kapelle "Maria Empfängnis" wurde abschließend einstimmig beschlossen.