Versteckt in einem Schuhkarton, benannt wie eine schwedische Erbsen-Marke: So beginnt die Geschichte des kleinen Kater Findus mit seinem großen Freund in Menschengestalt: Pettersson. Ganz nah am Alltag und mit Fingerspitzengefühl präsentierte die Familie Maatz das Stück "Wie Findus zu Pettersson kam" am Samstag.

Der Besucherandrang war dabei so groß, dass mehrfach Sitzplätze nachgerüstet werden mussten, doch schon nach den ersten Minuten der Vorstellung war es außergewöhnlich diszipliniert: Nah am Kinderbuchklassiker von Sven Nordqvist lernen sich der alte Mann und sein Kater langsam kennen. Dabei muss der neue Haustierbesitzer etwa feststellen, dass kleine Katzen keinen Kaffee mögen. Diese liebevolle Unbeholfenheit nutzt sein Schützling natürlich auch aus. So wird bald auch dem Gequengel nach einer neuen, grünen Hose mit Streifen stattgegeben. "Wie bei uns daheim", raunte jemand im Publikum.

Mit viel Fingerspitzengefühl

Viele Szenen sind tatsächlich wie dem tierischen oder menschlichen Alltag entnommen, so wohl auch einzelne vorlaute Wesenszüge des bekannten Katers. Lockt er anfangs noch den Hof-Dachs mit einem Versteckspiel, packt ihn bald die Angst und er muss sich verstecken. Durch die Hilfe der Kinder im Publikum kann Pettersson seinen Schützling aber bald finden. Das Austesten von Grenzen und die Suche nach dem eigenen Platz auf dem kleinen Hof sind wichtige Themen in diesem Stück, die mit viel Komik und Sensibilität vermittelt werden - von Stabfiguren mit liebevollen Details in Handarbeit entstanden und von einer einzigen Familie: Daniel Maatz ist Puppenspieler aus Leidenschaft und möchte den Kindern "das Gute vermitteln". Pädagogisch wertvoll und im jährlichen Wechsel zeigt er seit Jahren Theaterstücke wie Grüffelo, Kasperlegeschichten und vieles mehr. "Zufriedene Kinder sind uns eine Herzensangelegenheit. Das Puppenspiel bietet Abwechslung in der Zeit der Tablets und PCs", so Daniel Maatz.

Begeistert waren an diesem Nachmittag sowohl Kindergartenkinder als auch junge Grundschulkinder. Ist das Geheimnis die Interaktion? In jeder Szene banden die Puppen ihr Publikum durch Fragen und Lieder ins Geschehen ein, als wären sie für rund einen Stunde auf dem schwedischen Hof dabei - ganz so, wie es das bekannte Eingangslied versprochen hatte: "Komm, wir fliegen übers Land ..."

"Ich finde das Theater gut", meinte Luis Fiernschild aus Weismain nach der Vorstellung, sogar besser als die Filme mit Pettersson und Findus. Seiner Mutter gefiel vor allem die Chance, mitzumachen und mitzusingen. Auch Nele Lambrecht und Timo Harwege aus Lichtenfels gingen mit strahlenden Augen nach draußen. "Die Puppen waren sehr schön." Nur akustisch verstanden habe die Familie nicht alles.

Wer das Schauspiel "Petterson und Findus" noch einmal oder zum ersten Mal erleben möchte, kann dies am Samstag, 15. Februar, um 15 Uhr im Schützenhaussaal in Bad Staffelstein tun.