Wenn es beim Gesangverein "Cäcilia-Lyra" Weilersbach so weitergeht, könnte er in nicht allzu weiter Ferne nach 115 Jahren Geschichte sein: mangels Nachwuchs und wegen Überalterung.

Der Altersdurchschnitt liegt zwischen 60 und 70 Jahren und die Anzahl der Sänger sank kontinuierlich. Derzeit singen 19 bis 20 Aktive im Chor vierstimmig. Für die "Cäcilia"-Sänger wäre dies ein schmerzlicher und trauriger Wendepunkt, denn man war immer stolz auf den Verein. Doch sie kämpfen für den Erhalt des Gesangvereins.

Gedrückte Stimmung

Die Stimmung war gedrückt, als Vorsitzende Manuela Wunner bei der Jahreshauptversammlung (besser gesagt: Rettungsversammlung) das Problem zur Diskussion stellte und die Vereinssituation ansprach. Wie sie erklärte, stehen die Neuwahlen mit der Bildung eines neuen Vorstands an. Drei Vorstandsmitglieder werden voraussichtlich aufhören.

Von großer Bedeutung sei all die Jahre gewesen, neue Sänger sowie jungen Nachwuchs zu gewinnen - doch alle Mühe war vergeblich. Des Weiteren gestalte sich die Suche nach einem neuen Chorleiter sehr schwierig. Nach dem Aufhören der ehemaligen Leiterin Magda Rummler habe Benedikt Seiler im Sommer zunächst den Chor übernommen. Seitdem waren aber nur alle zwei Wochen Proben möglich. Auch eine Ausgeglichenheit der Stimmen fehle.

Um aber einen Verein und Chor am Leben zu erhalten, sei es wichtig, Veranstaltungen wie Konzerte oder auch Feste abzuhalten. "Doch wer soll die Arbeit machen?", fragte sie. Einnahmen seien für einen Verein aber notwendig, da ja auch Ausgaben anstünden, gab sie zu bedenken.

Im Vorstand habe man bereits viele Überlegungen angestellt, wie es weitergehen soll. Auch die Zusammenlegung mit einem anderen Verein wurde erwägt. Um den Verein weiter am Leben zu erhalten, müsste man mit der Ausbildung von Kindern und Jugendlichen beginnen, die dann später, was sicher Jahre dauert, als junge Sänger in den Erwachsenenchor wechseln könnten. Man müsse wieder von unten anfangen. Nachdem Wunner über die rechtlichen und satzungsgemäßen Richtlinien über eine Vereinsauflösung informiert hatte, ergriff Vizebürgermeister Marco Friepes (CSU/AB) das Wort und sprach sich dafür aus, dass "der Verein mit seiner alten Geschichte weiterleben soll. Es wäre ein enormer Verlust für die Gemeinde".

Aus der anschließend lebhaft geführten Diskussion und aus den weiteren Wortmeldungen war deutlich herauszuhören, dass man am Erhalt des "Liederkranzes" festhalten und dafür alle alle Hebel in Bewegung setzen wolle.

Der Rettungsanker soll nun so aussehen: Schrittweise soll vorgegangen werden, zuerst Neuwahlen, dann Suche nach einem Chorleiter, die Gewährleistung, dass die Sänger, die momentan dem Chor angehören, regelmäßig zur Probe kommen, und letztendlich die Hoffnung, dass neue Sänger zum bestehenden Chor stoßen und vor allem junge Sänger mit der Gründung eines Kinder- und Jugendchores für die Zukunft gewonnen werden können.

Drei Monate Pause

Bis auf weiteres, voraussichtlich drei Monate, wird der Singbetrieb eingestellt. So werde der Chor heuer weder zur Christmette noch am Dreikönigstag auftreten. Positiv hatte sich Dirigent Benedikt Seiler in einem kurzen Chorleiter-Bericht dahin geäußert, dass die Auftritte unter seiner Führung von der Qualität her sehr gut gewesen seien und es wäre "schade, wenn im Dorf gar nicht mehr gesungen und alles den Bach hinunterlaufen würde". Bis ein neuer Chorleiter aber gefunden werde, wird der Chor wie bisher unter seiner Leitung stehen.

Vorher hatte die Vorsitzende Wunner an die Geschehnisse des Vorjahres erinnert, ebenso an die Neuwahl von Waldemar Kaiser vor einigen Monaten zum Kassier, der nach Kassenprüfer Heinrich Knauer die Vereinsfinanzen bestens verwaltet.

Dieter Lengenfelder geehrt

Auch eine Ehrung gab es: Dieter Lengenfelder wurde für 40 Jahre Singen im Chor von Vorsitzender Wunner und Vizebürgermeister Friepes die Ehrenurkunde samt Nadel des Fränkischen Sängerbundes überreicht.

Die nächste Sänger-Zusammenkunft ist am Dienstag, 11. Dezember, um 19 Uhr im Vereinslokal Gasthaus Schütz mit dem Tagesordnungspunkt Neuwahlen . Heidi Amon