Herzogenaurachs Bürgermeister German Hacker (SPD) nimmt Stellung zum Leserbrief "Alle Vorhaben überdenken und finanziellen Realismus walten lassen" von Heinrich Bucher und Leo Hildel, in dem die beiden Unterzeichner sich zur derzeitigen Ausgabenpolitik der Stadt Herzogenaurach äußern und darum bitten, "wieder bescheidener und finanziell solide" zu werden.
Hacker erklärt, dass die Leserbriefautoren nicht richtig informiert seien, denn die Entwicklung der Stadt sei überaus positiv. "Unternehmen und Privatpersonen investieren an allen Ecken und Enden. In den letzten zehn Jahren sind in Herzogenaurach rund 6000 zusätzliche sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze entstanden", so der Bürgermeister. Die Stadt trage dem Rechnung und leiste ihren Teil auf Seiten der Infrastruktur mit klarem, realistischen Blick nach vorne. Dazu würden zwingend Planungen gehören, die natürlich immer Lösungen für Probleme darstellen.


Zuschüsse in Aussicht

Hacker weiter: "Zur Klarstellung: Das zusätzliche Stockwerk des Pavillon-Ersatzneubaus an der Carl-Platz-Schule ist angesichts der Stadtentwicklung dringend nötig und wird daher sehr wohl bezuschusst. Die Kosten von rund 40 Millionen Euro der Ortsumfahrung Niederndorf sind rein technisch bedingt und die Stadt kann hier mit rund der Hälfte an Zuschuss rechnen."


Wachstum verursacht Kosten

Auch der Anteil Herzogenaurachs an den Stadt-Umland-Bahn-Kosten über die vielen Jahre sei sehr wohl finanzierbar und stehe bereits im mittelfristigen Investitionsplan. Die Personalkosten der Stadtverwaltung lägen im Vergleich mit dem Durchschnitt von Städten ähnlicher Größe und Aufgaben bei nur rund 75 Prozent, also weit darunter. Neue Stellen seien immer aufgabenbezogen und kein Selbstzweck. Neuer Wohnraum, den man dringend brauche, erfordere zum Beispiel einfach mehr Grünpflege, Reinigung und vieles mehr. Mehr Bürger trügen solche Kosten aber über Steuereinnahmen indirekt bei. Zusätzliche Aufgaben wie die Umsatzbesteuerung von Kommunen und absehbare weitere Dinge fordern laut Hacker deutschlandweit ihren Tribut.
Der dringend nötige Neubau des Rathauses mit Schlosssanierung und der Neubau eines Bürgerzentrums mit Tiefgarage am Hubmannareal werde erst nach Kostensenkung end-entschieden. Eine neue Dreifachhalle am Schulzentrum sei für die Sportvereine und damit die Gesundheitsvorsorge der Bevölkerung nötig. Die Sanierung des kleinen Spitals (Kostenschätzung 650 000 Euro) könne man nicht mehr verschieben, das Haus falle fast ein. Hier werde es aber auch eine Förderung im sechsstelligen Bereich geben.
Hacker abschließend: "Der Stadtrat in seiner Gänze handelt überaus verantwortlich und kommt seiner zentralen Aufgabe nach, die Weichen für die Zukunft richtig zu stellen. Das hat nichts mit Realitätsferne zu tun. Im Gegenteil. All die Projekte sind nichts anderes als Zukunftssicherung für kommende Generationen.
Wir müssen unsere Verkehrsprobleme lösen, Wohnraum und Kapazitäten für Kinderbetreuung schaffen. Das ist existenziell für unsere Stadt. Nur als Randbemerkung: Die Stadt Herzogenaurach hat aktuell einen Schuldenstand von 938 000 Euro und gut 70 Millionen an liquiden Mitteln. Wir bleiben dennoch alle am Boden und fällen nur Investitionsentscheidungen, wenn dahinter eine solide Finanzierung steht." red