Die Senioren des Seelsorgebereiches "Unteres Hasslachtal" waren zu einem Einkehrtag mit Diakon Wolfgang Fehn in Stockheim eingeladen. Diakon Wolfgang Fehn hatte einen Kreuzweg von der Katholischen Landvolkbewegung Deutschland ausgewählt mit dem Thema: "Zugrunde gehen. Zum Grunde gehen".

Maria Berberich und Diakon Fehn lasen abwechselnd die einfühlsamen Texte. Andrea Kraus begleitete an der Orgel die Lieder. Dieser Kreuzweg eröffnete auch schon das Thema des folgenden Einkehrtags "Leben bis zuletzt". Bei den acht Stationen wurden nicht nur Jesu Leid- und Todeserfahrungen formuliert, sondern auch übertragen auf unseren Alltag. Stichpunkte waren Ausweglosigkeit, Helfen - handfest und zärtlich, Sympathie, Achtung und Wertschätzung, Erschöpfung, Sterben können und Zärtlichkeit, über die Grenzen des Todes hinweg.

Trügerische Wundermittel

Nach dem Kreuzweg hatten die Helferinnen um Maria Berberich das Pfarrheim schön geschmückt und servierten im vollbesetzten Saal Kaffee und Kuchen. Diakon Fehn breitete dann das Thema: "Sterben und Tod - Leben bis zuletzt" aus. Mit einer Bildbetrachtung "Jesus in der Rast" zeigte er ein vertrautes und zugleich fremdes Bildnis von Jesus. Rasten zwischen Leiden und Sterben führte er in der Meditation aus. Leben bis zuletzt und Sterben seien für uns Christen eine Aufgabe, die wir mit Inhalten füllen müssen. Zwar suggeriere die Werbung, dass man auch im Alter trotz mancher Beschwerden beschwingt und tanzend durch den Alltag geht. Doch diese "Wundermittel" seien oft trügerisch.

Altern, auf das Lebensende zugehen, vielleicht mit mehreren Krankheiten belastet, das fordere uns heraus, mit diesen natürlichen Grenzen umzugehen. Wie wir mit Menschen umgehen, die nicht mehr produktiv sein können, die vielleicht "nur noch" Kosten verursachen, zeige die Wertigkeit des Lebens und die Menschenwürde des Einzelnen.

Sterben und Tod sei in der gesellschaftlichen Diskussion, aber Sterben und Tod seien in einer nach Jugendlichkeit schreienden Gesellschaft mit Ängsten und Hilflosigkeit besetzt. In einer Gesellschaft, die auf Schnelligkeit, Machbarkeit, Konkurrenz und Leistungsfähigkeit ausgelegt ist, falle der alte und kranke Mensch aus dem Blick. Vom christlichen Glauben aus habe der Mensch als Geschöpf und Ebenbild Gottes unbestreitbaren Wert. Sterbebegleitung und Sterbeerleichterung setzten sich bewusst für die Würde des Menschen ein, gegen jede Strömungen unserer Gesellschaft, die für aktive Sterbehilfe eintreten und sie befürworten.

Menschenwürdig leben bis zuletzt

Die Kirchen träten dafür ein, dass Schmerztherapie und palliative Versorgung stationär und ambulant angeboten werden und so ein menschenwürdiges Leben bis zuletzt ermöglicht wird. Fehn: "Wir brauchen einen gesellschaftlichen Konsens im Umgang mit Krankheit, Leid, Sterben und Tod."

Jeder sollte sich mit dem Thema Sterben und Tod beschäftigen sowie für sich in einer Patientenverfügung, Vorsorge- und Betreuungsvollmacht festlegen, was er bestimmen möchte für diesen letzten Teil seines Lebens. Der Mensch, so Diakon Fehn, ist auf Gemeinschaft hin angelegt und braucht diese Gemeinschaft und Solidarität gerade am Ende des Lebens. Mit eigenen Erfahrungen vom Klinikalltag auch im palliativen Bereich bereicherte Diakon Fehn seinen Vortrag. red