"Es ist Sommer und es duftet nach Heu", schallte es aus dem Musikwagen über den Marktplatz. Doch Sänger Schorsch von "Who's that" lag damit nicht ganz richtig. Beim Winkelmarkt in der Schlüsselfelder Altstadt "duftete" es ganz anders. Nach gegrilltem Fisch zum Beispiel, nach Popcorn und gebrannten Mandeln.
Und vom alten Stadttor her zog ein leiser Geruch von Benzin und Öl in das Herz der Stadt. Vor den historischen Mauern des Steigerwaldstädtchens hatte eine ganz spezielle Branche ihr Lager aufgeschlagen. Resi Hofmann, Schlüsselfelder Künstlerin mit der Kettensäge, hatte bereits im vergangenen Jahr etliche "Kollegen" zum fröhlichen Sägen eingeladen. In diesem Jahr waren gleich 14 Meister ihres Fachs in den Steigerwald gekommen, um sich vor viel Publikum im Speedcarving, dem Sägen nach Zeit, zu messen. Die Figuren sollen zum einen den Schlüsselfelder Skulpturenweg komplettieren, zum anderen konnten sie auch käuflich erworben werden.


Von Hosengummi bis Besen

Tatsächlich war beim Winkelmarkt für jeden etwas dabei. Fränkische und internationale Köstlichkeiten. Ausgezogene oder Hutkrapfen - in Franken je nach Region unterschiedlich - bot die Stadtbäckerei an. Die Geschäfte der Innenstadt - vom Autohändler bis zum Optiker und natürlich die gastronomischen Betriebe - hatten geöffnet. Bei einer Tombola, deren Erlös der Bürgerstiftung zugutekommt, hatte die Werbegemeinschaft für attraktive Preise gesorgt. Unter anderem gab es einen Reisegutschein, ein Fahrsicherheitstraining und Tankgutscheine zu gewinnen.
Viele Besucher mag wohl auch das große Warenangebot gelockt haben. Vom Hosengummi bis zum Fleischklopfer, vom Spielzeugauto über Reisigbesen, Bekleidung und Taschen gab es fast alles. Unter den Linden hatten sich erfahrene Marktbesucher schon rechtzeitig einen Platz gesichert. Denn von dort hatte man das flanierende Publikum, aber auch die Attraktionen besonders gut im Auge. Auch in diesem Jahr traten die Showtanzgruppen "Grazie", "Happy Dancer" und "X-Plosion", allesamt aus dem Stadtgebiet, auf dem Marktplatz auf.
Über Besuchermangel konnten sich auch die Eisenbahnfreunde nicht beklagen. Rings um den Bahnhof feierten sie ihr traditionelles Bahnhofsfest. Eigens dazu hatten sie Sonderfahrten organisiert.