Mühlhausen — Die Vorstellung allein ist schon faszinierend: An schönen Sommertagen in einem Bächlein zu plantschen, über Trittsteine eine Insel zu erreichen oder Erholung in einem stillen Hain zu suchen. Träume darf man ja haben. Ob sie Wirklichkeit werden, wusste in der Sitzung auch Bürgermeister Klaus Faatz noch nicht.
Faatz jedenfalls will nichts versäumen. Aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sei es jetzt möglich, Fördergelder zu erhalten, erläuterte er in der Sitzung am Dienstag. Ziel sei die Revitalisierung und Aufwertung von Gebäudeleerständen und Grün- und Erholungsanlagen. Zwei Bereiche, "die in das Konzept passen", legte er dem Gremium sogleich vor: Die Lutherhöhe mit dem Philosophenweg und den Bereich um den Bach und die alte Mühle.


Kelleranlage aufnehmen

Mit der Beantragung muss sich die Gemeinde beeilen. Die Projekte müssen bis zum 1. Februar angemeldet sein. Daher hatte Faatz zur Sitzung gleich Landschaftsarchitektin Kathrin Nisslein eingeladen. Sicher ist es ihr gelungen, mit den schönen Aufnahmen die Sache auch den Räten schmackhaft zu machen. Unter dem enormen Zeitdruck kann es natürlich nur darum gehen, die Maßnahmen in das Förderprogramm zu bringen. Details zu diskutieren oder gar zu beschließen, ist vorerst noch nicht möglich.
Walter Jakob regte an, auch die Kelleranlage an der Straße nach Decheldorf für das Programm anzumelden, was dann auch beschlossen wurde.


Zwischen Altort und Siedlung

Auf der Lutherhöhe könne man etwas zur Geschichte machen, schlug die Landschaftsarchitektin vor. Die Lutherhöhe als "Knotenpunkt zwischen Altort und Neubausiedlung" werde viel von Spaziergängern und Familien mit Kindern besucht. Sie könne sich dort gut Sport- und Spielanlagen vorstellen, auf denen man klettern, balancieren oder hangeln könne. Sie sollten ganz natürlich in die Anlage integriert werden, so dass der Haincharakter erhalten bleibe.
Für den "Philosophenweg" empfahl sie, den Themen Gemeinsamkeit, Ruhe und Stille Raum zu geben. Eventuell könne das Thema mit Bildern und Sprüchen auf Steinsäulen umgesetzt werden. An der Mühle könne sie sich einen ruhigeren Mehrgenerationenbereich mit Sitzgelegenheiten und Mobilitätsgeräten vorstellen, so Nisslein. Im unteren Bereich nahe des Bachs und weiter von den Häusern entfernt könnte ein Bächlein für Wasserspiele abgezweigt, vielleicht auch eine Insel geschaffen werden. Das Kostenvolumen für Lutherhöhe und Bachbereich schätzte die Architektin auf zusammen 180 000 Euro.
"Jetzt müssen wir erst mal schauen, ob wir Fördergelder kriegen", gab Bürgermeister Faatz zu bedenken. Die Förderung werde voraussichtlich zwischen 60 und 80 Prozent liegen. Priorität hat für den Gemeindechef das bereits in Auftrag gegebene Gewässerentwicklungskonzept, das auch eine Umlegung des Bachs beinhaltet. Dadurch entstehe ein Großraumbereich.