Viele orange gekleidete Männer waren am Mittwochnachmittag auf dem Hundeplatz bei Sandhof zu sehen. 19 Gemeindearbeiter aus den elf Mitgliedsgemeinden der Baunach-Allianz waren gekommen, um sich von Dirk Kammlott, Gärtner beim Bauhof in Ebern, in die Kunst des Baumschnittes einweisen zu lassen.

Aus drei Landkreisen

Die Baunach-Allianz mit ihren elf Städten und Gemeinden in Unter- und Oberfranken umfasst die Landkreise Bamberg, Haßberge und Coburg. Mit dabei sind die Städte Ebern und Baunach sowie die Gemeinden Maroldsweisach, Rentweinsdorf, Reckendorf, Itzgrund, Untermerzbach, Lauter, Kirchlauter, Pfarrweisach und Gerach. Die Städte und Gemeinden fühlen sich trotz ihrer Unterschiede verbunden und weisen traditionell Beziehungen in den verschiedensten Lebensbereichen auf. Im Schulwesen, bei Einkäufen oder Arztbesuchen, aber auch die naturräumlichen Verbindungen waren ausschlaggebend für die neue Form der Zusammenarbeit in der Baunach-Allianz, ist auf deren Homepage zu lesen.

Diese Verbundenheit hat am Mittwoch die Mitarbeiter der Bauhöfe zum Baumschnittkurs zusammengeführt. Mit dem Gärtner Dirk Kammlott aus Jesserndorf, der beim Bauhof in Ebern tätig ist, stand ein Kenner der Materie zur Verfügung. "Das Ganze kam unkompliziert zusammen", erläuterte Christian Raehse, Leiter des städtischen Bauhofs in Ebern.

Anregung

Die Bauhofleiter der Allianz-Kommunen hatten in einer früheren Besprechung überlegt, einen Baumschnittkurs anzubieten, da in den Gemeinden zahlreiche Obstgehölze vorhanden sind, die auch gepflegt werden müssen. Das Okay holte man sich vom Allianz-Chef, Bürgermeister Jürgen Hennemann aus Ebern, und auch Allianzmanager Felix Henneberger war von der Idee angetan.

Blick ging nach oben

Meist waren die Köpfe der Bauhofmitarbeiter nach oben gerichtet, wenn Dirk Kammlott die Teleskopsäge ansetzte, Äste und Zweige aus den Bäumen entfernte und dazu entsprechende Erläuterungen gab. Die Zeit war günstig, denn die Obstbäume werden nur im Winter geschnitten. Traditionellerweise werden der Obstbaumschnitt von Bauern und der Zierbaumschnitt von Gärtnern ausgeführt; zwei Berufszweige, die während der Vegetationsperiode von Frühjahr bis Herbst voll und ganz mit anderen Arbeiten beschäftigt sind.

Grundsätzlich kann ein Obstbaumschnitt zweimal im Jahr erfolgen: in der vegetationslosen Zeit zwischen November und März und als Sommerschnitt in den Monaten Juli und August. Beide Schnitte haben auf den Baum unterschiedliche Auswirkungen. Während der Winterschnitt, die Standardmaßnahme bei Obstbäumen, das Triebwachstum in der folgenden Wachstumsperiode fördert, wird der Sommerschnitt gerne bei großen Gehölzen angewendet, deren Wachstum begrenzt werden soll. Denn durch den Schnitt im Sommer werden dem Baum Stoffe (Assimilate) entzogen, wodurch das Triebwachstum im folgenden Jahr schwächer ausfällt.

Man kann immer lernen

Die Teilnehmer waren keine Unwissenden und der eine oder andere Teilnehmer kannte sich mit der Arbeit des Baumschnitts gut aus. Aber man kann ja immer etwas dazulernen, vor allem wenn ein ausgewiesener Fachmann wie Dirk Kammlott die Erläuterungen gibt.