In einer Sondersitzung des Gemeinderats am Montag befasste sich das Gremium mit der Planung des Bürgerbegegnungshauses in der Kulmbacher Straße 7. Tino Heß vom Kulmbacher Architekturbüro Juli beantwortete vor der Beschlussfassung Fragen der Ratsmitglieder.

Fünf Sprechzimmer

Das neue Zentrum im Ortskern beinhaltet im Erdgeschoss eine Bibliothek, die auch als Lesecafé genutzt werden kann, sowie Technikraum und WC-Anlagen. Im Obergeschoss befinden sich der Begegnungsraum, ein Jugend- und Seniorenzimmer sowie ein Multifunktionsraum und ein Archiv. Des Weiteren wurde im Obergeschoss auch eine Garderobe, eine Aufwärmküche sowie das rollstuhlgerechte WC angeordnet.

In der Arztpraxis sind fünf Sprechzimmer, ein Labor sowie ein Notfall-EKG-Raum vorgesehen. Die Gesamtbaukosten betragen 2 536 000 Euro. Das Gebäude soll nach 18 Monaten stehen.

Es wurden verschiedene Bebauungsvarianten untersucht. Die Anordnung parallel zur nördlichen Grundstücksgrenze berücksichtigt die beabsichtigte vorgelagerte Platzgestaltung mit einem zusätzlichen Angebot an Stellplätzen für Besucher, so der Architekt. Auf dem Vorplatz sollen in Zukunft Gemeindefeste stattfinden können.

An der fußläufigen Verbindung vor dem Gebäude befindet sich der Eingangsbereich. Diese Achse verbindet die beiden Enden des "Unteren Angers". Von Osten aus ist ein barrierefreier Zugang des Vorplatzes und des Eingangsbereichs möglich. Begegnungszentrum und Ärztehaus erreicht man über separate Eingänge, heißt es in der Beschreibung von Architekt Tino Heß.

Beide Nutzungsbereiche wurden barrierefrei/rollstuhlgerecht geplant. Ein rollstuhlgerechter Aufzug im Begegnungszentrum erschließt das Obergeschoss.

Auf dem Grundstück hatte sich bis circa Mitte 2019 ein seit mehreren Jahren leerstehendes Gebäude befunden, das als Wohnhaus und Naturheilpraxis genutzt worden war. Das zweigeschossige Wohngebäude war teilunterkellert und hatte in Teilen durch den jahrelangen Leerstand und einen fehlenden Bauunterhalt zahlreiche Schäden.

Verschiedene Sanierungsvarianten hätten sich nur mit erheblichem finanziellen Aufwand umsetzen lassen.

Cornelia Buß (HBG) wollte wissen, welche Mehrkosten durch vorgeschriebene Brandschutzmaßnahmen entstehen. Architekt Heß erläutert, dass die Kosten für den Brandschutz in seiner Kostenschätzung enthalten sind. Ebenso die Kosten der jeweiligen Fachplaner.

WGM-Fraktionssprecherin Irina Klier fragt nach, ob es keine andere Lösung für das Damen-WC im Erdgeschoss und das Herren- bzw. Behinderten-WC im Obergeschoss gebe. Der Architekt legt dar, dass aufgrund der Platzverhältnisse ein Kompromiss getroffen worden sei.

Es gebe aber die Möglichkeit, Unisex-Toiletten im Erdgeschoss vorzusehen, so Tino Heß. Weiter erklärte er, dass die Teeküche etwas größer gestaltet werden könnte, wenn das Lager/Archiv etwas verkleinert werde.

"Wichtige Entscheidung"

Bürgermeister Franz Uome (CSU) wies nochmals auf die wichtige Entscheidung für die Zukunft Marktleugasts hin. Der Marktgemeinderat beschloss den Bau des Bürgerbegegnungszentrums mit Arztpraxis einstimmig. In der nicht öffentlichen Sitzung wurde das Architekturbüro Juli mit den weiteren Leistungsphasen der Planung beauftragt. red