In seiner letzten Sitzung des Jahres lehnte der Gemeinderat einstimmig eine Nutzungsänderung ab. Aus einem bestehenden Gewerbegebäude soll ein Autohaus im Innerortsbereich, in der Canterstraße, werden. Begründet wurde die Ablehnung damit, dass sich das Objekt faktisch in einem allgemeinen Wohngebiet befinde, obwohl es im Flächennutzungsplan als Mischgebiet festgelegt sei. Obendrein befürchten die Ratsmitglieder, dass ein solcher Betrieb typischerweise stört durch Lärm, verursacht von Probefahren, Bremsversuchen oder Aufheulen von Motoren. "Ein Autohaus passt in den jetzigen Imbissladen nicht hin", meinte Bürgermeister Bernd Reisenweber (BG). Auch würde es ein Parkplatzproblem geben und der Ärger sei programmiert. Gemeinderat Frank Wittmann (SPD) wies zudem darauf hin, dass es bei geschlossener Bahnschranke Verkehrsprobleme geben könnte. Das sei nicht relevant für die Entscheidung, sagte der Bürgermeister.

Weiterhin erließt der Gemeinderat eine Vorkaufsrechtssatzung. Sie hat das Ziel, der Gemeinde eine geordnete städtebauliche Entwicklung zu ermöglichen. In der Satzung werden Flächen mit Grundstücken bezeichnet, an denen die Gemeinde ein Vorkaufsrecht hat. Damit soll der ungesteuerten Realisierung von Einzelinteressen entgegengewirkt werden. Zudem sollen die aufgeführten Grundstücke im Rahmen der geplanten Machbarkeitsstudie für die Sanierung und Nachnutzung von Gewerbe- und Industriebrachen betrachtet werden. Derzeit umfasst die Satzung die Geltungsbereiche von näher bezeichneten Grundstücken in den Bereichen Wilhelmstraße, Hintere Wilhelmstraße, Zeickhorner Straße, Coburger- und Schlesierstraße, Canterstraße, Ehrlicher- und Gartenstraße, Ringstraße und Göritzenstraße-Hinterer Berg.

Ein weiterer Bauantrag zur Errichtung eines Einfamilienwohnhauses in Frohlach wurde abgelehnt. Gründe sind, dass das Vorhaben nicht den Vorgaben des Bebauungsplanes entspricht, der insbesondere ein Flachdach nicht zulässt, dass Abstandsflächen nicht eingehalten werden und Versorgungsleitungen in den angrenzenden öffentlichen Flächen liegen würden.

Polstermöbelfirmen hörten auf

In seinem Jahresrückblick stellte Reisenweber fest, dass das Jahr geprägt war von der Schließung zweier Traditionspolstermöbelunternehmen, aber auch von der Wiederbelebung einer Brache in Großgarnstadt und der Eröffnung eines HUK-Beratungsbüros. Trotz schwindender Gewerbesteuereinnahmen sei einiges Neue auf den Weg gebracht worden. Das Gemeindeoberhaupt erinnerte unter anderem an die Freigabe des Frankenrings, die Sanierung der Bahnhofstraße, die mobile Klärschlammpresse, die B 303-Allianz und die Erschließung neuer Wohngebiete. Fazit des Bürgermeisters: "Unsere gemeinsam erarbeiteten Resultate können sich sehen lassen."

Schimpfen musste Reisenweber aber, als er von den Vorplanungen für einen neuen Kindergarten sprach. Die immer mehr um sich greifenden zusätzlichen Vorschriften und die ganze Bürokratie führten zu einer Verteuerung des Vorhabens.

Schließlich dankte er vor allem dem Zweiten Bürgermeister Joachim Hassel (SPD). Seit zehn Jahren führe er sein Amt zur vollsten Zufriedenheit aus. Hassel wiederum lobte den Bürgermeister und die Verwaltung für ihre hervorragende Arbeit, auch wenn die Gemeinde nicht auf Rosen gebettet sei. dav