von unserer Mitarbeiterin  Simone Büttner

Lauenstein/Ludwigsstadt — Die Überlegungen, eine Spielgemeinschaft zu gründen, wurden während der Saison 2013/14 aktuell. Da hatten sich die Fußballer des FC Lauenstein einmal mehr im oberen Tabellendrittel der A-Klasse behauptet, aber erneut den Aufstieg verpasst. Trotz des großartigen Teamgeistes war die Spielerdecke einfach zu dünn und durch etliche verletzungsbedingte Ausfälle weiter geschwächt worden.

Hauptaugenmerk Bezirksliga

Beim TSV Ludwigsstadt dagegen galt das Hauptaugenmerk dem Klassenerhalt in der Bezirksliga und dem Bestreben, bei der ersten Mannschaft das Niveau für diese Klasse zu erhalten. Die Spieler der 2. Mannschaft blieben somit des öfteren "auf der Strecke".
Die Idee beim FC reifte weiter, als Ende April die Lauensteiner gegen die ersatzgeschwächte Ludwigsstadter Reserve deutlich gewann. Auch vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung in der Region sollte in Lauenstein der Spielbetrieb mit zwei Mannschaften langfristig stabilisiert werden. Eine Chance war die Gründung einer Spielgemeinschaft.
Die beiden Vorstandsgremien aus Lauenstein und Ludwigsstadt führten danach erste Gespräche und stellten fest, dass sich auf beiden Seiten die Denkweisen ähnelten. Positive Erfahrungen wurden bereits bei den Junioren und in der Altliga gesammelt. Somit einigte man sich, eine SG Lauenstein/Ludwigsstadt mit zwei Mannschaften zu gründen. Diese spielen unter Federführung des FC Lauenstein in der A-Klasse 2 und in der B-Klasse 2.
Dem neuen Trainer Frank Walcher standen nun für diese nicht einfache Aufgabe etwa 40 Spieler zur Verfügung. Sein Fazit: "Bei den Trainingseinheiten macht es immer wieder Spaß, wenn fast 20 Spieler mit Ehrgeiz bei der Sache sind."
Für Michael Löffler, den Vorsitzenden des FC Lauenstein, werden mit der Gründung der Spielgemeinschaft mehrere sportliche Ziele verfolgt. "Es soll langfristig ein Spielbetrieb mit drei Mannschaften gewährleistet und schnellstmöglich der Aufstieg beider Spielgemeinschaften angepeilt werden, um den Abstand zur Bezirksliga zu verringern." Weiterhin verspricht er sich davon, dass der Fußballsport im Landkreis-Norden allgemein wieder belebt wird und dass die Bezirksliga-Mannschaft des TSV Ludwigsstadt noch besser unterstützt wird, damit der TSV weiterhin höherklassigen Fußball anbieten kann.
Dankbar hat der Vorsitzende registriert, dass viele an der neuen SG mitgearbeitet haben und diese weiterhin tatkräftig unterstützen. "An den erfreulichen Zuschauerzahlen ist abzulesen, dass das Interesse am Fußballsport auf den Plätzen in Lauenstein und Ludwigsstadt in der gesamten Großgemeinde sehr groß ist."
Das Training der SG findet derzeit zweimal pro Woche in Lauenstein statt, wobei auch immer wieder einzelne Bezirksliga-Spieler daran teilnehmen. Sogar ein gemeinsames Training mit dem Ludwigsstadter Bezirksliga-Kader wurde schon durchgeführt, doch war schnell klar, dass über 30 Fußballer auf dem Platz den Rahmen sprengen. An einer gemeinsamen Lösung arbeiten die Trainer Stefan Gehring und Frank Walcher. Sie sind überzeugt, dass die Chance besteht, einzelne Spieler noch besser fördern und so für alle drei Mannschaften das Optimale herausholen zu können.

Sprung fällt nicht ganz so schwer

Betreuer Daniel Rosse vom FC Lauenstein formuliert es so: "Über eine starke SG werden Spieler des TSV besser an die erste Mannschaft herangeführt, da sie sich eben auch in der A-Klasse durchsetzen müssen. So soll die gesamte Qualität im Kader gesteigert werden. Der Sprung in die Bezirksliga fällt nicht ganz so schwer wie bisher." Ein Training mit Bezirksliga-Spielern helfe natürlich jedem einzelnen Spieler weiter, auch wenn man bereits im gehobenen Fußballer-Alter sei.
Auch in puncto Öffentlichkeitsarbeit soll das Zusammenwachsen beider Vereine gefördert werden. So wird die Homepage des FC Lauenstein mit aktuellem Material gefüllt, und es sollen Spielerporträts der SG Lauenstein/Ludwigsstadt veröffentlicht werden. Den Auftakt macht die Vorstellung des neuen Trainers.
Die Erfahrungen mit der eigens für die SG Lauenstein/ Ludwigsstadt gegründeten Gruppe bei Facebook zeigen ebenfalls, dass ein Zusammenwachsen der Spieler aus beiden Vereinen kein Problem ist. Über dieses Medium werden Termine verteilt, die Mannschaftsaufstellungen präsentiert und Zu- und Absagen gepostet.
Auch beim Nachbarderby der A-2 gegen den TSV Ebersdorf war wieder deutlich zu spüren, wie groß die Unterstützung der Zuschauer aus der Großgemeinde für die SG Lauenstein/Ludwigsstadt ist. Separate " Fanblöcke" am Spielfeldrand gibt es nicht mehr. Vielmehr wird gemeinsam mitgefiebert, was für die Fußballer zusätzliche Motivation bedeutet.