Eigentlich steht das Ergebnis doch schon fest! - Was macht meine Stimme schon aus? - Wählen gehen sollen die anderen!
Wirklich? - Wir haben das Glück, seit mehr als 70 Jahren in einer stabilen Demokratie zu leben, die uns Sicherheit und Frieden, letztlich auch Wohlstand garantiert. Das ist nicht gottgegeben, sondern Ergebnis davon, dass Politiker verschiedenster Couleur für unser Gemeinwohl engagieren.
Ja, es gab und gibt auch im Bundestag immer wieder Menschen, die sich nicht sonderlich engagieren oder in die eigene Tasche wirtschaften, wie es auch Bäcker und Automechaniker, Manager und Journalisten gibt, die ihren Job nicht ordentlich machen oder am Ende sogar kriminell werden.
Der Großteil unserer Volksvertreter macht seine Arbeit aber ordentlich, versucht, unser Land wirklich voranzubringen in einer Zeit, die so komplex ist wie selten eine Epoche zuvor.
Wir als Wähler legen fest, wie der nächste Bundestag aussehen soll - wir bestimmen mit, wer uns künftig in Berlin vertreten soll. Das ist nicht egal, denn jede Partei und jeder Kandidat hat unterschiedliche Vorstellungen - manche davon wird man vielleicht teilen, andere nicht. Dazu musste man sich informieren, zum Beispiel auch mit unserer Hilfe. In unserem Kandidaten-Duell "Jeder gegen jeden" ist durchaus klargeworden, wofür die Bewerber stehen - und wofür nicht. Auch unsere Podiumsdiskussion, die wir gemeinsam mit den Kollegen von Radio Plassenburg veranstaltet haben, hat Aufschluss gegeben.
Nein, wählen geht für uns niemand anders - das müssen wir schon selbst tun. Die Summe aller Stimmen macht am Ende das Ergebnis aus - aber ohne einzelnes Votum gibt es diese Summe nicht. Und das Ergebnis steht vorher keineswegs fest. Vielleicht gibt es Stimmungen, die Meinungsforscher vorher abfragen können. Die Entscheidung fällt aber am Wahltag - wer die Mehrheit bekommt, wer gegebenenfalls mit wem koalieren kann und wem der Einzug in das Parlament verwehr bleibt.
Die Mehrheit entscheidet in einer Demokratie, und das ist auch gut so. Die Minderheit hat aber stets die Möglichkeit, Entscheidungen zu hinterfragen, zu diskutieren und auf eine Änderung hinzuwirken.
Freilich: Demokratische Prozesse sind (leider) mühsam - einfache Lösungen, obwohl sie in unseren Tagen intensiver denn je propagiert werden, gibt es (leider) wenige.
Um diese oft komplexen Lösungen aber zu ermöglichen, unsere Demokratie zu legitimieren und zu stärken, ist eines dringend nötig: Gehen Sie am Sonntag bitte wählen!