Das Warten hatte sich gelohnt. Bärlauch im Schnee suchen, das war keine gute Idee. Also verschob sich die Leserwanderung mit unserem Gartenexperten Josef Schröder um zwei Wochen und lief auch etwas anders ab als geplant.

Und vorweg: Entlang der Route zur Hohen Eller fand sich kein Bärlauch mehr, den man hätte ernten können. Der Frost hatte den Blättern zugesetzt. "Unten im Tal in geschützten Ecken gibt es aber noch einiges", meinte Josef Schröder, als die Gruppe von rund zwei Dutzend FT-Lesern auf der Straße hinter Vierzehnheiligen in Richtung Uetzing lief und zeigte hinunter in ein Tal. "Dort ist es feucht, und so etwas mag der Bärlauch."

Oben und unten, feucht und trocken - das waren zwei Gegensätze, die diese vergleichsweise kurze Wanderung prägten. Denn die unterschiedlichen geologischen Untergründe, die beim Aufstieg von Vierzehnheiligen auf die Hochebene in kurzem Abstand aufeinander folgen, sorgen für eine vielfältige Vegetation, was auch gut zu dem Motto passte, das Josef Schröder ausgab: "Man soll nicht immer blind durch die Gegend laufen, sondern auch Muße zeigen, die Umgebung zu betrachten."

Die war in diesem Fall überwiegend knapp über Bodennähe angesiedelt. Auf dem rund zwei Kilometer langen Weg hoch zum Aussichtspunkt stellte Schröder an die 40 Pflanzen vor, dazu etwa ein Dutzend Baumarten. Darunter Türkenbundlilien oder den Ahornstab. Es ging vorbei an duftendem Weißdorn auf die Höhe, mit vielen kurzen Pausen, in denen Schröder die Botanik erläuterte und auch die geologischen Besonderheiten: "Jede geologische Schicht bringt ihre eigenen Pflanzen mit sich und die wiederum zieht auch ihre eigene Lebewesen an." Vereinfacht gesagt finden sich unterhalb von Vierzehnheiligen feuchte Böden, die von lehmhaltigem Schlamm geprägt sind. Geht es hinauf, nimmt das ab, bis hin zu Trockenwiesen. Wandert man auf dem Weg von Vierzehnheiligen über die Hohe Eller nach Lichtenfels, geht es über diese Stufenlandschaft erst hoch und dann wieder hinunter. Bei Lichtenfels läuft dann der Naturpark Fränkische Schweiz/Veldensteiner Forst aus. "Rund ein Drittel der Fläche des Landkreises zählt zu diesem Naturpark, das ist schon eine Besonderheit."

Ein Schwerpunkt waren essbare Wildpflanzen. "Man glaubt gar nicht, was man alles essen kann", meinte Schröder. Die Pflanzen seien nährstoffreich und voll von Vitaminen. Und wenn man nun keinen so versierten Pflanzenkenner bei sich hat? "Es gibt gute Bestimmungsbücher." "Was blüht denn da" oder "Essbare Wildpflanzen" seien seine Empfehlungen. Wer so unterwegs ist, wandere nicht schnell, aber erlebe und sähe mehr als jemand, der nur achtlos Strecken ablaufe.