"Wehret den Anfängen!" Mit diesen Worten umschrieb Landrat Klaus Peter Söllner (FW) in der gestrigen Sitzung des Kreisausschusses den Grund, warum der Landkreis Kulmbach eine Resolution der Kreise Lichtenfels, Bamberg, Kronach, Hof und Forchheim zum weiteren Ausbau des Stromnetzes unterstützt.
Auf Einladung von MdB Emmi Zeulner (CSU) hatten sich am 13. September alle von der Trassenführung "P 44 mod" oder ihren Varianten betroffenen Landräte und Bürgermeister in Lichtenfels getroffen. Dabei waren auch die Bürgermeister Robert Bosch (Mainleus), Roland Wolfrum (Stadtsteinach), Eugen Hain (Guttenberg) und Franz Uome (Marktleugast).
Bei diesem Treffen wurde die die Resolution erarbeitet. Darin werden sämtliche vorgestellten Varianten ablehnt. Außerdem wird gefordert, zu prüfen, ob die Trasse überhaupt notwendig ist.
Bereits am 4. August hatte Zeulner auf die Veröffentlichung des Prüfungsberichts der Bundesnetzagentur hingewiesen, wonach es zu dem Projekt "P 44", also der Höchstspannungsleitung von Schalkau in Thüringen in den Raum Grafenrheinfeld, weitere gleichwertige Alternativen gebe.


"Große Verwunderung"

Landrat Klaus Peter Söllner: "Völlig überraschend war hierunter auch die Variante von Altenfeld nach Redwitz an der Rodach und von dort auf der Trasse des Ostbayernringes nach Mechlenreuth. Diese Linie wurde bisher auch vom Übertragungsnetzbetreiber als völlig unrealistisch, unwirtschaftlich und nicht machbar dargestellt. Umso größer ist die Verwunderung, dass die Bundesnetzagentur hierfür gleichfalls die Gleichwertigkeit hergestellt hat."
Mit der Resolution wurde laut Söllner auch deutlich gemacht, dass die Region den Bau weiterer Stromtrassen in den Landkreisen Lichtenfels, Kulmbach, Bamberg, Kronach, Hof und Forchheim vollumfänglich ablehnt. Die Trassenvorschläge seien nicht tragfähig.
In der Resolution kommt auch deutlich zum Ausdruck, dass die unterzeichneten Landkreise weiter zu der Energiewende stehen: "Aber unsere Region trägt mit dem Ostbayernring, der Frankenleitung und der 380 kV Leitung von Remptendorf nach Redwitz bereits einen erheblichen Teil zum Gelingen des Netzausbaus von Nord nach Süd bei."


Kreisausschuss einverstanden

Die Bundesregierung, die Bundesnetzagentur und die Bayerische Staatsregierung werden aufgefordert, die Belange der Region beim weiteren Netzausbau zu berücksichtigen und von der Planung durch die besagten Landkreise abzusehen.
Der Kreisausschuss zeigte sich mit der Vorgehensweise einverstanden.