Der 9. November ist nicht nur der Tag, an dem frohen Herzens an den Fall der innerdeutschen Grenze erinnert werden kann - er ist auch ein Tag des Gedenkens an die Gräuel des Naziregimes und an das Leid der Opfer. Das Coburger Netzwerk Lebendige Erinnerungskultur veranstaltet heute, 9. November, 17 Uhr, einen Gedenkweg anlässlich der Reichspogromnacht. Die Veranstaltung beginnt vor dem Rathaus mit der Eröffnung durch Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD).

Stationen des Gedenkweges sind die Rosengasse (wo sich die "Prügelstube" befand, in der Nazigegner misshandelt und gefoltert wurden), Lutherschule, Ketschengasse, Casimirianum und "Coburger Warte". Musikalisch wird der Weg von Lorena Hemmerich und Cora Heikenwälder gestaltet.

Die Pogrome des 9. und 10. November 1938 haben auch in Coburg eine Vor- und Nachgeschichte, die von Demütigung, Entrechtung und Vernichtung der bürgerlichen wie wirtschaftlichen Existenz insbesondere der Juden geprägt waren. Die ausgewählten Stationen des Gedenkweges sind "Stätten der Entrechtung", wo die strukturelle, verbale und physische Gewalt der Nationalsozialisten gegen jene zum Ausdruck kam, die ihnen nicht passten. "Angesichts der aktuellen Ereignisse von Halle ist das Gedenken der Opfer zugleich ein Aufruf zu Toleranz und Achtung der Menschenwürde. Die Verbrechen der Täter von damals wie heute mahnen zur Wachsamkeit", heißt es in der Einladung des Netzwerks Lebendige Erinnerungskultur. red