Zum Thema Kanalgebühren in Forchheim:

In diesen Tagen erhalten wir Bürger Forchheims die Rechnungen der Stadtwerke auch über die Kanalbenützungsgebühren. Jeder wird feststellen, dass er entsprechend mehr zahlen muss, da die Gebühr von 1,99 auf 2,50 Euro erhöht wurde für die nächsten vier Jahre. Die um 25 Prozent erhöhten Niederschlagswassergebühren sind den Hausbesitzern ja bereits abgebucht worden.
Ich habe die Stadtwerke angeschrieben, um mir ein Bild über die Gründe der Erhöhung machen zu können, da ja aus der Kalkulation bis 31. Dezember 2014 immerhin noch ein Überschuss von über 700 000 Euro vorhanden war. Nach Mitteilung der Stadtwerke sind in der Gebührenkalkulation 7,1 Millionen Kanalbaukosten für Neubaugebiete enthalten, und zwar für Weichselgarten/Tränklein, Oberer Schulweg, Pointäcker/Stampfäcker und Sandäcker Süd. In der Eigentümerversammlung zum Gebiet Weichselgarten/Tränklein erklärte der OB, dass hier immense Kosten für die Kanalisierung anfallen, weil diese ins Grundwasser verlegt werden muss. Er sprach von drei Millionen Euro, die die Grundstückseigentümer bezahlen müssen und somit 100 Euro Gesamterschließung pro Quadratmeter auf sie zukommen würde. Dies hat manchem Eigentümer nicht gefallen.
Nun hat er aber diese Baukosten still und heimlich in die Gebührenkalkulation einrechnen lassen und wir alle müssen dies bezahlen. Zudem werden diese Kosten noch mit einem Zinssatz von 4,5 Prozent verrechnet und kassiert, obwohl Kommunalkredite unter einem Prozent aufgenommen werden können. Dies gilt auch für alle aufgeführten Neubaugebiete und Investitionen.
Die Gebühren für uns Bürger werden immer wieder erhöht, die Herstellbeiträge aber sind seit 25 Jahren nicht mehr angehoben worden (da hatten wir noch Benützungsgebühren umgerechnet von circa 1 Euro), obwohl gerade diese die Nutznießer durch eine enorme Wertsteigerung der Grundstücke sind.
Darauf haben mit Recht die Stadträte Waasner (FW) und Meixner (Grüne) hingewiesen und haben der Erhöhung nicht zugestimmt. Dass dies als Polemik von anderen Stadträten bezeichnet wurde, ist ein starkes Stück. Einsicht in die Gebührenkalkulation wurde mir nicht gewährt. Fazit: die Herstellbeiträge anpassen und den Zinssatz entsprechend senken - und eine Gebührenerhöhung wäre nicht nötig.
Raimund Kupfer
Forchheim