Der 4:3-Sieg der SpVgg Jahn Forchheim im Bayernligaspiel bei der SpVgg Bayern Hof im September zahlt sich für Steffen Müller doppelt aus. Zum einen hatte der 23-Jährige mit seinen beiden Toren in der Schlussphase maßgeblichen Anteil an den drei Punkten, zudem war sein zweiter Streich so sehenswert, dass er von den Zuschauern des Online-Sportportals "sporttotal.tv" aus einer Auswahl von fünf Vorschlägen zum Sieger in der Rubrik "Hyundai-Amator des Monats" August 2017 gewählt wurde.


"Die Stars von nebenan"

Die Preisübergabe der schmucken Glaskristall-Trophäe an den Gewinner fand im Hyundai-Autohaus Wolf in Forchheim im Rahmen einer kleinen Feier statt. Uwe Müller, weder verwandt noch verschwägert mit dem Kunstschützen, sondern Manager von "sporttotal.tv", sowie Bernhard Wolf, Geschäftsführer des Autohauses, nahmen die Ehrung vor. Der Sprecher des in Köln ansässigen Online-Sportportals, das in Kooperation mit Hyundai-Deutschland diesen Preis verleiht, erklärte: "Gemeinsam mit unseren starken Partnern unter dem Dach des DFB treiben wir die Medialisierung des Amateurfußballs und somit der ,Stars von nebenan' mit großen Schritten voran. Welch großartiger Sport wöchentlich auf den Amateurplätzen der Nation stattfindet, zeigt unter anderem unsere Kategorie ,Amator des Monats'." Aus je fünf Volltreffern würden zunächst die Wochengewinner ermittelt, bevor es in die finale Abstimmung um den Monatssieg gehe.
Wolf hatte für Jahn-Abteilungsleiter Uwe Schüttinger, der der Feier ebenfalls beiwohnte, eine zusätzliche Überraschung parat: "Große Fußballemotionen und taktisch hervorragend herausgespielte Tore gibt es nicht nur in der Bundesliga oder bei der Weltmeisterschaft. Das beweisen Woche für Woche die Nominierten für das ,Amator'. Wir freuen uns, die spielerische Leistung von Steffen Müller auszeichnen und eine Förderprämie in Höhe von 1000 Euro an die SpVgg Jahn Forchheim übergeben zu dürfen."
Dass Müllers "Amator" kein Zufallstreffer war, sondern geplant, erklärt der offensive Mittelfeldspieler anhand der Video-Analyse: "Aus dem Halbfeld kam ein hoher Diagonalball Richtung Strafraumecke. Ich rief zu Richard Steiner, der mit seinem Gegenspieler etwa fünf Meter vor mir in den Luftzweikampf ging, dass er den Ball verlängern soll. Dann nahm ich ihn volley und traf ins lange Eck. Das war der Sieg."
Nach durchwachsenem Auftakt hatte sich sein Team in dieser Phase der noch jungen Saison gerade stabilisiert und das hintere Drittel der Tabelle erstmals verlassen. Derzeit trennen die Forchheimer vom ersten Abstiegsrang neun Punkte, doch Müller warnt sich selbst davor, dass ein derartiger Vorsprung schnell weg sein könne, wenn man nicht gut aus den Startlöchern für die restlichen zwölf Spiele kommt: "Als Aufsteiger hieß unser Ziel von vornherein Klassenerhalt, dafür haben wir bislang gut gearbeitet. Wir wollen und dürfen uns aber darauf nicht ausruhen, sondern versuchen schnellstmöglich, die noch nötigen Punkte zu erreichen."


Fußballer wollen immer spielen

Die beiden nach der Winterpause bereits ausgefallenen Partien gegen Erlenbach und Weiden kommentiert der Adelsdorfer, der im Sommer 2016 vom SCA zum Jahn wechselte, pragmatisch: "Als Fußballer will man immer spielen und ist froh, wenn es nach der Vorbereitungszeit endlich wieder losgeht. Meine Mitspieler brennen genauso wie ich auf unser Heimspiel gegen Gebenbach am Samstag um 16 Uhr."
Der "Amator" und seine Teamkollegen haben mit dem Mitaufsteiger eine Rechnung offen, denn das Hinspiel verlor die SpVgg - trotz eines Treffers von Steffen Müller - mit 2:5. Nicht zuletzt, weil Nico Becker einen Dreierpack schnürte. Auf den 14-fachen Knipser müssen Müllers Hinterleute besonders aufpassen.