Sigismund von Dobschütz

Bis in den frühen Morgen feierte der BSC Lauter seinen diesjährigen Kappenabend unter dem Motto "Ave Römer, ave Gallier". Die Stimmung der etwa 80 Gäste stieg von Stunde zu Stunde, wozu vor allem die bunten Auftritte der Tanzgruppen und Garden mit guter Musik und teils akrobatischen Darbietungen beitrugen.
Als Kenner der Geschichte, schließlich kennt man das ja aus den Asterixheften, musste man beim Aufeinandertreffen von Galliern und Römern Schlimmes befürchten. Doch auf neutralem Boden im Lauterer Sportheim saßen fantasievoll gekleidete Römer und deren Gemahlinnen einträchtig mit behelmten Galliern beim Cervesia Franconiae, fränkischem Bier, und manch anderem Zaubertrank fröhlich gelaunt vereint.


Tanzformationen

Mit launigen Worten begrüßte Roms Senator Siegbertus Fehrus (BSC-Vorsitzender) die Gäste und kündigte zu jeder Stunde eine andere Tanzformation an. Den Anfang machten die "Jump Girls" aus Poppenroth, die unter Leitung ihrer Trainerin Christiane Palluch zu bekannten Filmmelodien auf dem etwas beengten Bühnenraum herumwirbelten. Klassischen Faschingstanz bot die Ü40-Garde der Chevaliers aus Katzenbach mit ihrer Trainerin Elena Pätzold.


Ein bisschen männerlastig

Je später der Abend, umso "schöner" wurden die Akteure: Die Herren des Katzemicher Männerballetts, trainiert von Jessica Henning, entführten Römer und Gallier auf eine musikalische Zeitreise. Einen letzten Höhepunkt im Programm lieferten schließlich die "Vokuhilas", das Männerballett aus Lauter. Für diese von Franziska Knüttel und Katharina Höchemer trainierten Tänzer, die man im vergangenen Jahr als "Backstreet Boys" erstmals kennen gelernt hatte, war es heuer die zweite Faschingssession. Ihr diesjähriger Name "Vokuhila", gewählt nach dem typischen Männerhaarschnitt der Achtziger Jahre (vorne-kurz-hinten-lang) war zugleich Programm: Sie tanzten nach bekannten Hits der Neuen Deutschen Welle.
Mit zwei Männerballetts sei der diesjährige BSC-Kappenabend "etwas männerlastig", hatte Vorsitzender Siegbert Fehr anfangs gemeint. "Früher hatten wir immer sechs Gruppen, also mehr Damen", bestätigte Schriftführerin Alexandra Lang. Doch wegen der Kürze der diesjährigen Faschingssession war manche Garde bereits anderweitig gebucht.
Seit mehr als 25 Jahren feiert der BSC Lauter seinen Kappenabend mit wechselnden Themen. "Im vorigen Jahr hatten wir den Wilden Westen, heuer die Römer und Gallier." Folgt man dieser thematischen Zeitschiene, käme der BSC schon bald in der Steinzeit an. "Fred Feuerstein mit seiner Wilma und Barney Geröllheimer mit Betty wären doch nicht schlecht", fand Lang als Kostümidee durchaus überlegenswert.