Einen "Tunnelblick bei den Konversionsverhandlungen" werfen die Bamberger Grünen Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) vor. Seine Verhandlungsziele seien offenbar völlig einseitig auf einen Erwerb des Muna-Geländes durch die Stadt ausgerichtet. "Aber das geht genau an dem vorbei, was die Menschen in Bamberg brauchen: Wohnraum", so GAL-Vorstandsmitglied Jonas Glüsenkamp und GAL-Stadträtin Petra Friedrich in einer Mitteilung der Grünen.

Die Kritik bezieht sich auf eine Pressemitteilung der Stadt, wonach bei einem Gespräch zwischen OB Starke und Paul Johannes Fietz vom Bima-Vorstand offensichtlich insbesondere oder ausschließlich über den Muna-Kauf gesprochen worden sei. Doch das fast komplett bewaldete und altlastenbehaftete Gebiet sollte aus Sicht der GAL gerade nicht im Fokus stehen. Das schließt Petra Friedrich aus einem Gespräch, das sie und MdB Lisa Badum ebenfalls mit Fietz führten, als dieser sich in Bamberg aufhielt.

"Es wurde klar, dass es bei der Muna keine Eile gibt, das Erstzugriffsrecht der Kommune wird nicht infrage gestellt, und die Bima hat auch keinerlei eigene Pläne für die Muna", berichtet Friedrich. Ihr Fazit: "Die Muna kann warten."

Worum sich die Stadt Bamberg mit aller Kraft kümmern müsste, seien die Warner Barracks östlich des Berliner Rings, wo die Bundespolizei ein riesiges Areal beansprucht, meint Jonas Glüsenkamp. "Hier sollte der Oberbürgermeister all seine Kraft aufbieten, um zu erreichen, dass die Bundespolizei baldmöglichst Teile des Geländes freigibt. Hier gibt es zahlreiche Wohngebäude, die für Wohnungssuchende praktisch sofort nutzbar wären, und bereits erschlossenes Gebiet für mögliche Neubauten."

Die Grünen-Landtagsabgeordnete Ursula Sowa, die auch Sprecherin der GAL im Konversionssenat ist, hatte im letzten Jahr bereits ein "Konzept zur schrittweisen Freigabe der Konversionsflächen" vorgelegt. Sie will gemeinsam mit ihrer Bundestagskollegin Lisa Badum weiter daran arbeiten, dass Bamberg bald Zugriff auf diese Flächen bekommt.

Die Grünen sehen dafür gute Chancen aufgrund von Zahlen, die vor kurzem auf Anfrage von Badum vorgelegt wurden: Bis zum Jahr 2024 soll sich die Zahl der Polizeischüler auf unter 1000 mehr als halbiert haben. Glüsenkamp fordert: "Ich erwarte, dass der Oberbürgermeister in einer konzertierten Aktion alle Kräfte bündelt, um die Warner Barracks für Bambergs Bevölkerung nach und nach zurückzugewinnen, anstatt sich auf ein unerschlossenes Waldgebiet zu fixieren, für das überhaupt keine Eile besteht." red