Breiten Raum nahm in der jüngsten Stadtratssitzung die Bürgerfragestunde ein. Dabei fielen teils sehr deutliche Worte.
Wolfram Graeber ging auf die anstehende Friedhofssanierung ein, von der er selbst betroffen ist. Er nannte einige Gräber, die seiner Meinung nach kein Fundamentband bräuchten, weil die Grabsteine fest verankert seien. Das sollte überprüft werden. Inzwischen hat Friedhofsreferent Klaus Schebler (Neue Wege) mitgeteilt, dass alle Gräber in diesem Bereich ein Fundamentband erhalten. Bei Beerdigungen könnte es sonst Probleme geben.


Ein anderer Standort?

Ein weiteres Thema für Wolfram Graeber ist der geplante Standort des neuen Feuerwehrgerätehauses. Er verwies auf die Schwierigkeiten, die es mit den Fundamenten am Erweiterungsbau am ehemaligen Kloster gab. Ähnlich strukturiert sei auch die Lache und hinzu kämen noch Probleme bei Hochwasser. Er wollte wissen, ob nicht die so genannte Wolf-Kurve (B 287 Richtung Bad Neustadt) in Frage käme. Der Standort sei auch günstig für das Erreichen der Autobahn. Bürgermeister Helmut Blank (CSU) verwies darauf, dass es einen Stadtratsbeschluss gibt, nachdem das Feuerwehrgerätehaus in der Lache gebaut wird. Deshalb sei die Wolf-Kurve keine Option.


Kein Nachfolger für Arzt

Franz-Josef Scheublein erinnerte daran, dass der Arzt Dr. Alfred Dahinten Münnerstadt verlassen hat. Es sei bisher noch kein Nachfolger gefunden worden. Franz-Josef Scheublein wollte wissen, was die Stadt tut, um das Problem zu lösen. Bisher noch nichts, bekam er zur Antwort. Das sei ohnehin zwecklos, warf Wolfram Graeber ein. Es sei alles versucht worden, es wolle niemand kommen. Die vorhandenen Ärzte seien völlig überfüllt, meinte Scheublein. Gegenüber unserer Zeitung sagte er, dass das Nichtstun der Stadt eine Bankrotterklärung sei. Franz-Josef Scheublein ist Besitzer des Hauses, in dem die Arztpraxis untergebracht war.
In Bezug auf den begonnenen Neubau des neuen Berufsbildungszentrums an der Entlastungsstraße wollte Wolfgang Joa wissen, ob seitens der Stadt schon einmal die parkenden Autos rund um das bestehende BBZ auf dem Karlsberg gezählt worden sind, um ein Bild davon zu bekommen, wie viele Parkplätze man am neuen BBZ bräuchte. Bisher hat es noch keine Zählung gegeben, antwortete der Bürgermeister. "Wir haben die Autos gezählt", erklärte Wolfgang Joa. Es seien rund 150 gewesen.
Er ging auch auf das Problem der rückläufigen Hochzeiten ein. Ein Grund dafür ist, dass derzeit nicht klar ist, wer sich beispielsweise um den Sektempfang nach einer Trauung im Schloss kümmert. Ob denn schon einmal bei den Gastronomen nachgefragt worden ist, ob sie das übernehmen könnten, wollte Wolfgang Joa wissen. Das sei bisher nicht geschehen, soll aber angegangen werden.


Kritik an Bürgermeister

Dann wurde es heftiger: Christian Nöth, Stellvertretender Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Reichenbach, ging erbost auf eine Aussage von Bürgermeister Helmut Blank zum Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Münnerstadt ein. Der hatte erklärt, dass die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Münnerstadt rund 100 Einsätze im Jahr haben. Da könne man ihnen nicht auch noch zumuten, beim Bau des neuen Gerätehauses mitzuhelfen. Anders sehe das in den Stadteilen aus. Dort gebe es weniger Einsätze, weshalb die Feuerwehrler auch Eigenleistung erbringen können.
Christian Nöth wertete das als Schlag ins Gesicht für drei Wehren, die in den letzten Jahren mit viel Engagement neue Häuser gebaut haben. Es habe immer geheißen: "Wir können uns kein Feuerwehrgerätehaus ohne Eigenleistung leisten", betonte Christian Nöth. Und nun müsse er das hören. Torsten Harnus von der Münnerstädter Wehr hielt entgegen, dass sich die Mitglieder natürlich auch beteiligen werden.
Gegenüber unserer Zeitung sagte Burghausens Ortssprecher Mario Schmitt (CSU), dass die Aussage von Christian Nöth nicht für die Burghäuser Wehr gelte. "Wir können für uns selber sprechen."
Christian Nöth versicherte unserer Zeitung, dass sich seine Aussage nicht gegen die Münnerstädter Wehr gerichtet habe, sondern ausschließlich gegen die Aussage Helmut Blanks. Die habe ihn geärgert.
Stefan Mai erwähnte schließlich noch die geplanten 20 neuen Bauplätze auf der Zent. In Zusammenhang mit der Grünbrücke über die Autobahn sei das geplante Areal ein Wildwechselgebiet. Daran sollte man denken.