Auch der Blumenkasten oder das schmale Pflanzbeet vor dem Haus kann ein Bienenparadies sein - auch im Herbst. "Wir Gärtner sind da die richtigen Ansprechpartner", betonte Innungsobermeister Dietmar Hofmann bei einem Pressegespräch mit dem Kreisvorsitzenden des Imkerverbandes, Jürgen Schubert. "Wir Gärtner sind bei dem Thema offenbar immer ein bisschen außen vor. Deshalb haben wir jetzt mal den Kontakt mit den Imkern gesucht", erklärte Hofmann.

Negatives Image

Den Gärtnern hafte oftmals das Image an, die Zierpflanzen- oder auch die Gemüseproduktion sei nur mit massivem Herbizid- und Insektizid-Einsatz verbunden. "Dabei setzen viele von uns Nützlinge ein, und wer das tut, der kann keine Chemie verwenden", erklärte Werner Pudell. Er arbeitet im bayerischen Gärtnereiverband mit, und damit auch an einer neuen Broschüre, die bienenfreundliche Zierpflanzen ausweist.

Schon vor zwei Jahren wurde eine besonders bienenfreundliche Pflanze, die "Bee-Dance" (Bidens), als Pflanze des Jahres propagiert. Und auch 2020 werde das wieder so sein. "Auch Gärtner sind auf Bienen, Hummeln und sonstige Bestäuber angewiesen", betonte er.

Bei der Gärtnerei-Familie Roth in Haßfurt wird derzeit sogar überlegt, die Familientradition der Imkerei wieder aufleben zu lassen. Sohn Christian gehörte zu den ersten Meisterschülern, bei denen das Thema "Bienenkunde" zum Meisterkurs gehörte.

Vielfältige Möglichkeiten

Die Imker freuen sich über die Initiative der Gärtner, die sich gern noch intensiver informieren möchten und deshalb demnächst den Lehrbienenstand in Kirchlauter besuchen wollen. Imker wie Gärtner haben auf der Landesgartenschau erlebt, dass das Thema "Insektenfreundlicher Garten" in der Bevölkerung sehr präsent ist. Jeder Gartenbesitzer hat dabei vielfältige Möglichkeiten, gerade und vor allem zu Zeiten, in denen Bienen, Hummeln und Co. in der freien Landschaft nicht mehr viel finden. "Jeder Gärtner kann da was tun, auch wenn er nur ein paar Kästen oder Kübel auf dem Balkon hat, die aber richtig bepflanzt - oder auch das Grab", erklärte Hofmann.

Enttäuschung geäußert

Ein bisschen enttäuscht sind die Gärtner davon, dass sie beim Projekt "Blühender Landkreis" außen vor blieben. "Aber das ist unser Metier, und natürlich engagieren wir uns, denn die Blüten müssen in die Fläche", sagte Hofmann.

In den Gärtnereien Roth und Pudell in Haßfurt, Zösch in Sand, Nusser in Eltmann und Hofmann in Kirchaich sind die besonders bienenfreundlichen Pflanzen für die Herbstbepflanzung wie Sedum, Aster oder Fächerblume besonders gekennzeichnet. Und natürlich stehen die Gärtner mit ihrem Fachwissen gerne beratend zur Seite, wenn es um die Frage von Standort und Pflege geht. sw