Seit 2016 wird Bambergs älteste Kirche St. Gangolf generalsaniert und seit Herbst 2016 sammelt der Förderverein St. Gangolf Spenden für den zehnprozentigen Eigenanteil der Pfarrei an den Gesamtkosten in Höhe von 430 000 Euro. Zum Pfarrfest wurde vor Kurzem die neueste Idee des Fördervereins im Pfarrheim St. Gangolf präsentiert: eine Mundart-CD mit dem Titel "G'schichten, G'schichtla un a weng Musik". Judith Weingart, die stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins, hat dieses Projekt verantwortlich umgesetzt.

Wie kam es zu dieser CD?
Judith Weingart: Unser Vereinsmitglied Walter Zenkel hatte die Idee, ob wir - ähnlich wie die Obere Pfarre - nicht eine Mundart-CD machen könnten.

Eine Idee ist ja schon mal gut, aber wie ging es dann weiter?
Dann haben wir Texte gelesen und ausgesucht und bekannte und weniger bekannte Mundartautoren bzw. deren Nachfahren angesprochen. Rettl Motschenbacher und Wolfgang Wußmann stellten nicht nur ihre G'schichten zur Verfügung, sondern sie haben diese auch selbst eingelesen. Die beiden ehemaligen Pfarrer von St. Gangolf, Prälat Alois Albrecht und Dekan Christoph Uttenreuther, steuerten jeweils eine Moritat bei, dazu kamen einige genial-geistreich auf den Punkt gebrachte literarische Dialekt-Kostproben von Gerhard C. Krischker. Humorvolle Mundartgedichte von Hans Morper, Hans Ruß und Michael Welsch rundeten das Programm ab.

Es blieb aber nicht bei den Texten, auf der CD ist ja auch Musik zu hören.
Ja stimmt, eine Bläsergruppe der Wunderburger Blaskapelle macht auch mit, hat sogar extra passend zu einem Text von Rettl Motschenbacher den Antonius-Choral von Joseph Haydn eingeübt. Das ist überhaupt das Besondere an diesem Projekt: dass alle Beteiligten sofort und gerne ihr Mitwirken und ihre Unterstützung zugesagt haben über alle Pfarreien hinweg; so auch Helmut Pötzinger, einer der ersten Sprecher beim Bamberger Radio, und Norbert Krines.

Sie haben auf dem Titel der CD ein sehr originelles Bild. Wem streckt denn die Dame die Zunge heraus?
Das Bild ist übrigens von Erhard Schütze und die Dame ist die Bamberger Gärtnersfrau Agnes Schwanfelder. Sie hat 1454 historisch belegt dem Stiftsherrn Schwab auf der Theuerstadt das fälschlicherweise Goethes Götz von Berlichingen in den Mund gelegte "Du kannst mich im Arsche lecken" entgegen geschleudert. Man soll sich eben nicht mit einer Gärtnersfrau anlegen.

Premiere für die CD war beim Pfarrfest, und wo kann man die CD nun bekommen?
Der Fränkische Abend im vollbesetzten Gangolfer Pfarrheim war ein voller Erfolg; es wurde gelacht, geschmunzelt und gesungen. Jeder Cent aus dem Verkauf der CD kommt der Generalsanierung von St. Gangolf zugute. Die CD kostet 14,90 Euro pro Stück und ab 10 Stück 12, 50 Euro. Vielleicht überlegt sich ja auch ein Bamberger Unternehmen, die CD als Weihnachtsgeschenk zu vergeben. Wir freuen uns über eine Kontaktaufnahme über foerderverein@st-gangolf.de.
Zu haben ist die CD in den Verkaufsstellen des Fränkischen Tags, im Klosterladen der Karmeliten, im Diözesanmuseum, in den Buchhandlungen Osiander und Neue Collibri, bei der Brauerei Spezial, bei Betten Friedrich, im Antiquariat Lorang auf der Oberen Brücke und bei den Pfarrämtern Maria Hilf, St. Otto und St. Gangolf. red