Veronika Schadeck Der Härtefall ist geschafft. Nun will der Wasserversorger Frankenwaldgruppe (FWG) ab dem nächsten Jahr weniger investieren, um so einer Überhitzung am Bau vorzubeugen.

Am Ziel, so erklärte am Freitagvormittag der Vorsitzende Jürgen Baumgärtner, nämlich zwischen 2015 und 2040 insgesamt 65 Millionen Euro in die Erneuerung von Leitungen und Hochbehältern zu investieren, ändere sich nichts. Bereits bisher wurden 20,7 Millionen Euro verbaut. Dies war notwendig, um in den Härtefall und somit in den Genuss von Fördergeldern zu kommen. Nur so können die an der FWG angeschlossenen Haushalte und Kommunen wesentlich entlastet werden (wir berichteten).

In den nächsten drei Jahren sieht Baumgärtner eine Investitionsquote von jährlich zwei Millionen Euro vor. Danach sollen diese bis zum Jahre 2030 auf eine Million Euro pro Jahr sinken und erst ab 2031 wieder auf 1,8 Millionen Euro steigen.

Er halte es für sinnvoll, einen "Konjunkturpuffer" zu schaffen. Denn: "Unsere Firmen kommen derzeit kaum mit der Abarbeitung ihrer Aufträge nach!". Mit seinem Plan würde eine gewisse Planungssicherheit geschaffen. In diesem Zusammenhang betonte der Vorsitzende, dass bei der Sanierung der FWG bisher zu 80 Prozent heimische Firmen zum Zuge kamen. Die Firmen zahlten dabei mehr als den Mindestlohn. "Aufträge aus der Region für die Region - das soll auch künftig so bleiben!". Er will auch im Falle einer Rezession die Investitionen schnell wieder erhöhen, um die Bauwirtschaft zu unterstützen.

Zudem möchte Baumgärtner den Mitarbeitern von der FWG und der Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO) etwas Stress nehmen. "Wir bringen den Verband in ruhigeres Fahrwasser!"

Durch den Kalkulationsplan sollen aber keine Baumaßnahmen verschleppt werden. An der Prioritätenliste will man sich orientieren. Das heißt: Die Leitungen, die in einem besonders schlechten Zustand sind, werden schneller saniert. Davon profitiert die Gemeinde Wilhelmsthal. Rund ein Drittel der Investitionen sollen in den nächsten Jahren in diese Kommune fließen. Der Fahrplan sei bereits mit den Baufirmen besprochen, so Baumgärtner.

Sein Ziel ist es weiter, in den nächsten Jahren die Gemeinden in die Koordination künftiger Baumaßnahmen einzubinden. Ausschreibungsvorgänge sollte man abstimmen, um effizient sanieren zu können, denn für Kanal und Straße sind in der Regel die Kommunen zuständig, sagt er.

Sanieren will Baumgärtner zudem die vier Brunnenanlagen der FWG und das, obwohl daraus derzeit kein Wasser entnommen wird. "Wir müssen hier an die nächste Generation an der FWG-Spitze denken, denen soll keine Option verbaut werden."