Dass die Abwässer aus den Haushalten der Stadt gereinigt werden, ehe sie wieder in die Flüsse abgeleitet werden, versteht sich von selbst. Doch am Ende des Klärprozesses bleibt etwas übrig, über dessen Beseitigung sich wohl die wenigsten Bürger Gedanken machen. Was in Rödental mit dem Klärschlamm geschieht - und warum das so bleiben sollte - erklärte Werkeleiter Michael Eckardt den Stadtratsmitgliedern.

Wegen des hohen Phosphatgehalts galten die Rückstände aus den Kläranlagen lange als begehrter Dünger für landwirtschaftliche Flächen. Doch das Interesse der Landwirte am Schlamm hat stark nachgelassen. "Seit einigen Jahren macht sich die Öffentlichkeit mehr und mehr Gedanken über Spurenstoffe wie ausgeschiedene Arzneimittel und deren Zerfallsprodukte im Klärschlamm", sagte Eckardt.

Daher gehen die Stadtwerke Rödental seit Jahren einen anderen Weg. Der Klärschlamm wird zunächst in einer Schlauchpresse entwässert. Anschließend breite man ihn in einer Art Gewächshaus aus. Dort wird er mit Sonnenenergie getrocknet. "Danach ist der Klärschlamm krümelig und wird automatisch in Container verladen", erklärte Eckardt. Sind diese voll, werden sie ins Müllheizkraftwerk gebracht und der trockene Schlamm dort verbrannt.

Ein Verfahren, dessen Vorteile Eckardt überzeugen: Die Entsorgung bleibt in kommunaler Kontrolle und ist kosteneffizient (zurzeit 70 Euro je Tonne). Die Entsorgung ist sicher und es sind keine weiten Transporte nötig, wegen der aufwendigen Filter des MHKW werde die Umwelt geschont. Einziger Nachteil sei der Verlust des enthaltenen Phosphors. Für dessen Rückgewinnung gebe es zurzeit noch kein praxistaugliches Verfahren. Doch werde daran gearbeitet. Könne der Rohstoff einmal rückgewonnen werden, sorge das für eine weitere Entlastung auf der Kostenseite, so Eckardt. Er riet dem Stadtrat daher, bei dem bewährten Weg der Klärschlammentsorgung zu bleiben.