Leserbrief zur Schließung des Zeiler Hallenbades: So, mit dem lang ersehnten Wetterumschwung ist die Freibad-saison für diesen Sommer wohl vorbei. Die Familienkarte für das Eltmanner Freibad kann getrost beiseitegelegt werden.

Aber wohin soll ich jetzt zum Schwimmen? Seit 20 Jahren war ich oft bis zu zweimal in der Woche Gast im Zeiler Hallenbad. Das war kein Wellness- oder Freizeitevent, aber zweckmäßig.

Ich kann mich auch noch gut an den Schwimmunterricht mit der Hauptschule in Zeil erinnern. Regelmäßig ging es von Ebelsbach mit dem Bus dorthin, um uns das Schwimmen besser beizubringen. Später in der Eberner Realschule brauchten wir nur über den Hof zum Schwimmunterricht zu gehen.

Ja, ja, es war einmal. In Ebern hat es der Landkreis, wie bei so vielen seiner Immobilien, dann richtig clever angestellt: Anfang der 90er wurde das Bad aufwendig (kaputt-) saniert, so dass man sich dort nun im komplett neu gebauten "Landkreishallenbad" vergnügen kann.

Und was sollen die Schwimmbegeisterten im Maintal nun in der kälteren Jahreszeit machen? Knetzgau ist für sportliche Schwimmer leider keine Alternative. Eher für Aquajogger oder Wassergymnastik.

Haßfurt will uns in seiner "Welle" auch nicht haben. Dort bleibt die Tür für die Öffentlichkeit verschlossen.

Ebern und Hofheim liegen außer Reichweite. Wenn ich schon so weit fahren muss, kann ich mein Geld auch gleich nach Bamberg ins "Bambados" tragen. Da gibt es zumindest an einigen Tagen in der Woche eine 50-Meter-Bahn und eigentlich immer eine 25-Meter-Bahn. Allerdings ist dann halt leider die Kohlendioxid-Bilanz dahin.

Fast 60 Prozent aller Zehnjährigen in Deutschland sind laut DLRG Nichtschwimmer. Bäderschließungen und nicht ausreichend qualifizierte Lehrer sind die Hauptgründe dafür.

Sehr geehrte Damen und Herren Politiker im Kreis Haßberge, München und Berlin: Tun Sie etwas dagegen und setzen Sie sich vehement für ein neues Bad im Maintal ein. Das wäre doch mal ein tolles Pfund, mit dem man bei der anstehenden Kommunalwahl 2020 wuchern könnte! Wenn wir an jedem zweiten Flurbereinigungsweg einen Radweg für "Genuss-E-Biker" bauen können, müssen doch auch ein paar Euro für ein zweckmäßiges Hallenbad übrig sein.

Auch wenn es die Zeiler bestimmt nicht so gerne hören: In Eltmann wäre meines Erachtens der ideale Standort, gleich neben dem Freibad. Die nötige Infrastruktur könnte für beide Bäder genutzt werden. Die Auslastung wäre alleine schon durch die Schulen gut gesichert. Es gibt momentan, außer im Sommer, kein öffentlich zugängliches 25-Meter-Becken zwischen Schonungen und Bamberg. Georg Berninger,

Stettfeld