Fast wäre die Pflanzung des Baumes des Jahres buchstäblich ins Wasser gefallen. Doch am Ende hatte der Wettergott ein Einsehen für ein Vorhaben, das in diesem Jahr bereits zum 25. Mal von der Abt-Knauer-Grundschule durchgeführt wurde.

Hinter der Grundschule, entlang des Spazierweges an der Heinrichshöhe, wird von den Kindern seit 25 Jahren der Baum des Jahres gepflanzt. Für die Spaziergänger hat sich so schon eine kleine Allee gebildet. Mit dem Regen an diesem Tag zeigte sich der Kreisfachberater für Natur und Garten, Michael Strohmer, dennoch zufrieden. Man brauche für das Wachstum und ökologische Gleichgewicht in der Natur nach dem trockenen Sommer 2018 dringend Regen, machte er den Kindern klar. Bäume wie die Fichte, die vor zwei Jahren Baum des Jahres war, hätten unter der Dürre und dem Borkenkäfer extrem zu leiden.

Der Baum des Jahres 2019 ist die selten geworderne Flatterulme, erzählte der Fachmann weiter. So wurden bereits Ulmenunterarten von einem Pilz befallen, was ein Artensterben zur Folge hatte. Die Flatterulme komme oft an Grundwasserböden und Bächen vor, da sie sehr feuchtigkeitsliebend ist. In Wäldern taucht sie seltener auf.

Bürgermeister Udo Dauer freute sich darüber, dass die Schüler so für die Bedeutung der Bäume sensibilisiert werden. Sie produzieren Sauerstoff, waren und sind Holzlieferant und spenden in Gärten und Parks Schatten und angenehme Kühle unter ihrem Laubdach. Deshalb sei es schön, einen Tag des Baumes zu feiern.

Umrahmt wurde das Ganze in der Aula der Grundschule von den Flötenspielern der 3. und 4. Klassen unter Leitung von Ute Chapple, die mit Frühlingsliedern erfreuten.

Da der Regen geendet hatte, ging man wieder zum ausgesuchten Pflanzplatz. Kreisfachberater Strohmer erklärte, dass die Flatterulme aus einer Baumschule stammt. Wichtig sei dabei, dass die Krone zusammengebunden ist und das Wurzelwerk von einen Traggittergeflecht umschlossen wird, um die Gefahren von Beschädigungen zu vermeiden, was gerade jungen Bäumen nicht bekommt.

Bei der Pflanzung packten dann die Schüler tatkräftig mit an. Nach dem Entfernen des Geflechtes ließen sie die Flatterulme in die ausgehobene Kuhle und gossen sie mit Wasser an. Am Schluss wurde die Flatterulme an Baumstützen festgebunden. Mit solchen Baumstützen wird jungen Bäumen geholfen, kräftige Wurzeln für ein gesundes Wachstum zu entwickeln. Neu gepflanzter Bäume benötigen eine oder mehrere Wachstumsperioden, bis sie sich fest im Boden verankert haben. Roland Dietz