Um 707 ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in den vergangenen zehn Jahren im Landkreis Kronach gestiegen, wie die IHK für Oberfranken Bayreuth meldet, alleine um 318 im vergangenen Jahr. "Aufgrund ungünstiger Rahmenbedingungen hat der Landkreis Kronach erst spät spürbar vom Konjunkturaufschwung profitiert", so Hans Rebhan, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des Industrie- und Handelsgremiums Kronach. Er hofft, dass der ordentliche Beschäftigtenzuwachs des Vorjahres auch in den kommenden Jahren noch anhält.

"Die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise von 2008 hat Oberfranken längst hinter sich gelassen", erläutert Rebhan. Oberfrankenweit steigt die Zahl der Mitarbeiter gegenüber 2008 um 60 416 auf den neuen Rekordwert von 434 651.

25 901 Menschen arbeiteten 2018 im Landkreis, so viele wie seit 1996 nicht mehr. Beim Beschäftigtenzuwachs konnte die Region mit der gesamtoberfränkischen Entwicklung allerdings nicht Schritt halten. Zu groß waren die Auswirkungen des Strukturwandels. "Umso wichtiger war und ist es, eigene Konzepte zu entwickeln, wie der Wirtschaftsraum Kronach vorangebracht werden kann", so Rebhan. "Leuchtturmprojekt ist natürlich der Lucas-Cranach-Campus, der 2035 rund 1000 Studenten beherbergen soll. Mit dem Innovationszentrum Kronach, dem Studiengang Zukunftsdesign und der Finanzhochschule kommen weitere Bausteine dazu, die junge Menschen in die Region bringen."

Sorgen bereitet Rebhan der Fachkräftemangel, der das Wirtschaftswachstum bremst. "Seit einigen Jahren verzeichnet der Landkreis einen Wanderungsüberschuss, da etliche Fachkräfte mit ihren Familien zu uns ziehen, wegen des Sterbeüberschusses wird die Bevölkerungszahl aber weiter sinken", so Rebhan, der darauf verweist, dass es nach Angaben des Job-Centers im Landkreis Kronach nur noch etwa 100 schwer vermittelbare Langzeitarbeitslose gibt. "Der Arbeitsmarkt ist leer geräumt", so Rebhan. Ohne die Zuwanderung von Fachkräften werde die Fachkräftelücke noch spürbarer ausfallen als bisher. "Deshalb brauchen wir einfachere Möglichkeiten, um Fachkräfte aus dem Ausland zu rekrutieren und pragmatische Lösungen für integrierte Flüchtlinge, die arbeiten", so Rebhan. red