Mit der Bundesliga dauert es noch ein wenig. In Coburg dagegen gab es schon Fußball: das "3. Bunte Fußballturnier" zwischen der OBO (Offene Behindertenarbeit Oberfranken) und der GGSD (Gemeinnützige Gesellschaft für soziale Dienste/Heilerziehungspflege. Fünf kampfeserprobte Fußballteams trafen sich auf dem Gelände des TV 1848 in Coburg, um sich sportlich zu messen. Dass es dabei nicht unbedingt nur um den Sieg ging, sondern um das gemeinsame Erlebnis ganz unterschiedlicher Menschen, war den meisten Fußballfans klar. Menschen mit und ohne Behinderung fast jeden Alters von der OBO, den Heilerziehern oder aus anderen Berufen stellten sich bei herrlichem Sonnenschein der sportlichen Herausforderung. "Das Runde muss in das Eckige!", soll der ehemalige Bundestrainer Sepp Herberger vor vielen Jahren gesagt haben. Und dieses Motto hatten die engagierten Fußballspieler verinnerlicht. Frauen und Männer animierten sich gegenseitig, in das gegnerische Tor zu schießen. "Komm, vorwärts, die haben noch nicht aufgegeben!" oder "Gib ab!" oder "Kommt, wir wollen noch ein Tor schießen!", solche Zurufe waren zu hören.

35 Fußballer spielten sich gegenseitig die Bälle zu, jubelten, wenn ihr 65-jähriger Libero ein Tor schoss, ließen erschöpft vom schnellen Lauf die Köpfe hängen und wechselten sich bei Gelegenheit immer wieder ein. Dass ganze elf Minuten Spielzeit anstrengend sein können, erlebten sie mit strahlenden Gesichtern und roten Wangen.

Etwas auf die Beine gestellt

Julia Flötemann, Sozialpädagogin bei der OBO, wies darauf hin, dass Ulrike Luthardt vor zehn Jahren das Fußballspiel in die OBO gebracht habe. Damals war Ulli eine Praktikantin und machte in der Heilerziehungspflegeschule ihre Ausbildung, spielte selbst gerne Fußball und wollte Menschen mit und ohne Behinderung auf lockere Art zusammenbringen. Flötemann ergänzte, es sei schwierig gewesen, Vereine und Personengruppen zu finden, die sich hier engagierten. Also habe man sich überlegt: Wenn es solche Mannschaften nicht gibt, dann machen wir unser eigenes Turnier, erzählte die Sozialpädagogin.

Über "die Ulli" stieg der TSV Oberlauter ein. "Mit denen spielen wir viel. Es ist eine Fußballfreundschaft entstanden", berichtete Flötemann. An den Turnieren, die alle zwei Jahre stattfinden, beteiligte sich beim 3. Bunten Fußballturnier auch die Leiterin des GGSD-Bereichs Heilerziehungspflege, Saskia Kaller. Ihre Motivation begründete sie mit den Worten: "Weil es total Spaß macht und es keine Rolle spielt, ob ich eine gute Fußballspielerin bin oder nicht. Und jetzt will ich noch ein Tor schießen." Sprach's und trabte zu ihrer Mannschaft auf das Kleinfeld. Jede Fußballerin und jeder Fußballer wurden mit einer Medaille für den Einsatz ausgezeichnet. Die Torschützenkönige Flo und Fabian bekamen als Auszeichnung je einen Fußball und die Rote Mannschaft erhielt die Goldmedaillen. Auf Rang zwei kam Team Grün, Platz drei erkämpfte sich die Mannschaft Orange, Blau kam auf Rang vier und mit nur einem Punkt Unterschied erlangte Pink den fünften Platz.