Ein junger Mann aus Bamberg, der sich wegen fahrlässiger Körperverletzung vor dem Amtsgericht Kulmbach verantworten musste, kam noch einmal glimpflich davon. Er hatte einen Unfall verursacht, bei dem ein Motorradfahrer schwer verletzt worden war. Der junge Mann, der am 21. April mit seinem Renault einen Unfall verursacht hatte, redete nicht lange um den heißen Brei herum. Er kam von Neudrossenfeld, fuhr mit seinem Renault Clio auf der Kulmbacher Straße. Dann wollte er noch schnell etwas zu trinken kaufen, bog deshalb nach links Richtung Lidl-Parkplatz ab. Dabei hat er einen vorfahrtsberechtigten Motorradfahrer übersehen. "Ich habe geschaut, aber ich habe ihn zu spät gesehen", sagte der Angeklagte. So muss es dann zu einem folgenschweren Zusammenstoß gekommen sein. Der Motorradfahrer flog über die Motorhaube des Autos, zog sich eine komplizierte Knieverletzung zu, musste operiert werden. "Mir tut es leid. Ich habe Erste Hilfe geleistet, so gut ich das konnte. Ich habe den Motorradfahrer auch im Krankenhaus besucht, habe mich entschuldigt", erklärte der Angeklagte.
Doch auch wenn sich der Unfall zufällig und völlig unbeabsichtigt ereignet hat, legte Staatsanwalt Roland Köhler dem 19-jährigen Bamberger fahrlässige Körperverletzung zur Last.
Persönlich ist dem Unfallfahrer der Vorfall lange nachgegangen. "Ich konnte eine Woche nicht schlafen, wenn ich an die Kreuzung komme, zittern mir vor Angst die Beine", sagte der Angeklagte. Er bat Richter Christoph Berner, Nachsicht walten zu lassen, was ein Fahrverbot anbelangt. Denn der junge Mann ist derzeit im dritten Lehrjahr. "Ich bin auf meinen Führerschein angewiesen", so der Angeklagte.
Sowohl Richter Christoph Berner als auch Staatsanwalt Roland Köhler waren mit einer Einstellung des Verfahrens einverstanden. Der Angeklagte hat zwar zwei Voreintragungen, doch sie bewegen sich im Bagatellbereich. Nur einmal ist er wegen zu schnellen Fahrens aufgefallen. Gemäß der Empfehlung der Jugendgerichtshilfe wendete Richter Berner Jugendstrafrecht an. Allerdings wird das Verfahren nur gegen eine Geldauflage in Höhe von 500 Euro eingestellt. Das Geld kommt der Kreisverkehrswacht Kulmbach zugute. Der Angeklagte versprach, in Zukunft beim Fahren besser aufzupassen.