Selbstgemacht schmeckt am besten, es steckt aber auch viel Arbeit drin. Das wissen die Mädchen und Jungen des Coburger Kindergartens Augustenstift, die als Selbstversorger einmal pro Woche frisches Gemüse auf den Tisch bringen. "Das ist für unseren Brunch-Tag", erklärt die Leiterin der Mäusegruppe, Irmgard Niebelschütz, die das Projekt mit Unterstützung der Kollegen vor drei Jahren angestoßen hat. "Die Kinder sollen lernen, Lebensmittel wertzuschätzen, und erkennen, was alles nötig ist, um diese herzustellen", sagt die Erzieherin.
In dem als Bio-Benni bekannten Landwirt Benjamin Hirsch aus Witzmannsberg fand die Mäusegruppe einen Partner, der den Kindern auf dem Acker und im Gewächshaus freie Flächen zur Bewirtschaftung überlassen hat und den angehenden Gemüsebauern mit vielen nützlichen Tipps zur Seite steht. "Die Kinder haben das Demeter-Saatgut ausgebracht, die Setzlinge pikiert und verpflanzt. Auf dem Feld wachsen Kohlrabi, Mohrrüben und Kartoffeln, im Gewächshaus Tomaten, Gurken und Paprika", erzählt Irmgard Niebelschütz. Die Mädchen und Jungen wissen, dass Tomatenpflanzen es warm und trocken mögen und zum Schutz vor Braunfäule im Gewächshaus stehen. Nur so gibt es eine gute Ernte. Bis dahin dauert es jedoch eine Weile. Die Zeit nutzt die Mäusegruppe, um die Pflanzen zu pflegen, zu gießen und Unkraut fernzuhalten. "Die Kinder nehmen den Geruch von Erde und Pflanzen auf - ganz anders als im Supermarkt -, werden schmutzig und kommen ins Schwitzen. Dadurch bekommen sie einen ganz anderen Blick auf unsere Nahrung", sagt die Erzieherin überzeugt.
Nun sei es an der Zeit gewesen, auch den Eltern einmal zu zeigen, was ihre Sprösslinge als Gemüsebauern gelernt haben. Zunächst erkundete die Gruppe beim Ausflug den Hofladen von Bio-Benni, schaute im Kuhstall eines benachbarten Landwirts vorbei und unternahm einen Waldspaziergang, der in einem Picknick neben der Ackerfläche der Knirpse gipfelte, die sich hungrig auf die mitgebrachten Leckereien stürzten. johö