Die Städtepartnerschaft zwischen Höchstadt und Krasnogorsk besteht nun seit mittlerweile 15 Jahren. Im Rahmen dieser Partnerschaft gibt es einen jährlichen Schüleraustausch, ebenso kamen Bands aus Krasnogorsk nach Höchstadt. Neu in der langen Liste der Aktivitäten ist der Kulturaustausch zwischen dem Schachclub Höchstadt und dem Garde-Club Krasnogorsk.

Im vergangenen Jahr hatten Elena Dildina, Organisatorin der Austauschprogramme, und Anastasia Anikina die Idee, das man auch einen Austausch zwischen den Schachclubs beider Partnerstädte machen könnte. Sowohl die Spieler auf russischer als auch auf Höchstadter Seite waren von Anfang an begeistert von der Idee. Unlängst flogen neun Höchstadter Schachspieler und zwei Betreuer nach Russland, wo sie herzlich von Gastfamilien aufgenommen wurden.

Da sich der Austausch aber nicht nur auf Schach beschränken sollte, bekamen die Gäste noch am ersten Tag eine Führung im Krasnogorker Kriegsgefangenenmuseum, das am nächsten Tag als Spielstätte für einen Vergleichskampf beider Teams genutzt wurde.

Das Turnier, bei dem ein Team aus vier Kindern und eines aus fünf Erwachsenen um vom bekannten Krasnogorsker Künstler Evgenij Anatoljewitsch Glys angefertigte Pokale kämpfte, erwies sich vor allem bei den Kindern als sehr spannend. Hier konnte sich nach vier Runden knapp das Team des Garde-Clubs durchsetzen.

Es ging nicht ums Gewinnen

Bei den Erwachsenen sah es nach einer klaren Angelegenheit aus. Die Gegner kamen aus ganz Krasnogorsk - die Anzahl der Schachspieler ist vergleichbar mit ganz Oberfranken - und waren statistisch haushoch überlegen. Trotzdem hielt das Höchstadter Team gut dagegen, konnte schlussendlich aber nur eines der Spiele gewinnen. Den Schachspielern ging es aber nicht um das Gewinnen. Viel wichtiger waren die neu geknüpften Freundschaften zwischen den Spielern.

Da es sich bei dem Turnier um das erste Turnier zwischen einer russischen und einer deutschen Mannschaft im Rahmen einer Städtepartnerschaft handelte, war außerdem viel Presse anwesend, die ausführlich über das Geschehen berichtete. Nach einem Tag, an dem man Schachfiguren aus Ton bastelte - das gehört im Garde-Club zum Unterricht - und eine Führung in Moskau hatte, stand wieder ein Schachturnier auf dem Programm. Diesmal war es ein offenes Turnier, bei dem Schachspieler aus 15 Städten mitspielten. Während die Erwachsenen wieder im Museum um die Punkte kämpften, spielten die Kinder im Garde-Club. Dort gewann die Höchstadterin Merle Gorka den Mädchenpreis in ihrer Altersklasse. Bei den Jugendlichen, die im Erwachsenenturnier spielten, erreichte Nicolas Leiß souverän den zweiten Platz. Für die anderen lief es ebenfalls gut, auch wenn die russischen Gegner meist als sehr gute Schachspieler empfunden wurden.

Dieser Austausch zwischen den Schachspielern beider Partnerstädte soll weiter fortbestehen. Für 2019 wurden die Krasnogorsker Schachspieler nach Höchstadt eingeladen. Elias Pfann